Wallstadt

Wallstadt Bund der Selbständigen richtet 25. Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz aus / Viele Vereine dabei

Flötentöne zum Jubiläum

Archivartikel

Mit einem Stoßseufzer tritt er ans Mikrofon: „Geschafft – ich freue mich, dass wir es wieder hingekriegt haben und es so voll ist“. Mit diesen Worten eröffnet Thomas Bossert, zweiter Vorsitzender vom Bund der Selbständigen (BDS) Wallstadt, den Weihnachtsmarkt des Stadtteils – der zwei Besonderheiten bietet: Er findet zum 25. Mal statt, also ein Jubiläum, und ist zudem erstmals von Sonja Völlmer organisiert worden (siehe nebenstehenden Bericht).

Als zur Eröffnung zarte Flötentöne der Musikklassen der dritten und vierten Klassen der Wallstadtschule am Rathausplatz erklingen und die Kinder „Macht Euch bereit, für die Weihnachtszeit“ singen, sind längst alle bereit: Grills duften ebenso wie die Stände mit Waffeleisen, der erste Glühwein wird ausgeschenkt, und vor der Bühne sowie an den Ständen stehen schon dichte Pulks von Besuchern. Bossert begrüßt besonders Diakon Bernhard Kohl, Bürgerdienstleiter Frank Kassner, den Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel sowie die Stadträte Holger Schmid und Claudia Schöning-Kalender.

„Hochachtung und Respekt“

Die beglückwünscht die Organisatoren im Namen der Stadt zu dem Jubiläum. Sie äußert vor allen Ausstellern „Hochachtung und Respekt, denn ich weiß, wie groß der Aufwand ist für Aufbau, Abbau und den Stand parallel zum eigenen Geschäft zu betreiben“. Zudem bekennt sie Sympathie zu der BDS-Forderung, die Arbeit der Vorortvereine durch einen zentralen Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung zu erleichtern. Länger reden will Schöning-Kalender aber nicht, „denn da steht die Zukunft Wallstadts“, verweist sie auf die Schüler der Wallstadtschule.

Für sie ist der Auftritt im Heimatort eine „Generalprobe“, wie ihre Musiklehrerin Diane Näger sagt: „Am Mittwoch um 18 Uhr dürfen wir nämlich erstmals auf dem großen Weihnachtsmarkt am Wasserturm auftreten“, freut sie sich.

Nach den Schülern folgen die Kinder vom Katholischen Kinderhaus Edith Stein. Vier Gruppen bieten Leiterin Diana Nicolaus und ihre Kolleginnen auf. „Morgen kommt der Nikolaus“, verkündet singend die Sonnengruppe und unterstreicht das mit den Klängen von zahlreichen Boomwhackern (Schlaginstrumente aus Kunststoff). Die Mondgruppe lässt die „Schneefrau“ und ihre Kristalle auftreten, die Regenbogengruppe amüsiert mit einem flotten Wichteltanz und die Sternengruppe fordert alle munter-fröhlich auf „Stellt die Stiefel ’raus!“

Rouven Hübner lässt dann „Leise rieselt der Schnee“ erklingen. Der 16-jährige Sänger aus Käfertal, der schon mit vielen Stars auf der Bühne stand, macht den Rathausplatz zumindest musikalisch zum „Winter-Wunderland“. Zum Aufwärmen gibt es da heiße Spezialitäten bei Thomas Bossert ebenso wie bei Yilmaz Kalender. Dabei räumt Bossert ein, dass die Zahl der BDS-Mitglieder, die auf dem Weihnachtsmarkt präsent sind, sinkt – Textil-Krämer hebt er aber hervor, denn die gehören zu den wenigen Geschäften, die seit 25 Jahren ununterbrochen dabei sind.

Dafür nutzen viele Vereine die stets den ganzen Tag gut besuchte Veranstaltung, sich zu präsentieren und die Kasse aufzubessern. Die Jugend der SpVgg Wallstadt verkauft heiße Würstchen, die Tennisgemeinschaft Vogelstang Chilli sowie hochprozentige Spezialitäten wie Granatapfellikör.

Lange Schlangen bilden sich am Crepes-Stand der SSV-Volleyballerinnen oder bei den Waffeln des Reitervereins Vogelstang-Wallstadt. Der Förderkreis der Wallstadtschule sowie die Kindertagesstätte „Kunterbunt“ sind da, und die Aktiven von Christ-König haben nicht nur Waren vom Weltladen dabei, sondern stimmen auch schon mal auf das Jubiläum „50 Jahre Sternsinger in Wallstadt“ ein.

Den größten Stand bieten aber wieder die Landfrauen in ihren einheitlichen gelben Jacken auf. Immerhin 140 selbst gebackene Linzertorten, viele weitere Kuchen, 250 Gläser mit Marmelade oder Schmalz und noch viel mehr haben sie dabei – und sind doch früh ausverkauft.