Wallstadt

Wallstadt „Gowe“ feiern beim Kampagnenauftakt das Jubiläum „60 Jahre Garde“ und präsentieren viel Nachwuchs

Für die Zukunft gerüstet

Archivartikel

Der Nachwuchs ist gesichert: Starke Garden und gleich vier Jugendliche, die sich als Jungelferräte vor und hinter der Bühne engagieren wollen, präsentierten die Wallstadter „Gowe“ jetzt zum Auftakt der neuen Fasnachtskampagne im DJK-Saal. Zugleich feierten sie das 60-jährige Bestehen ihrer Garde.

„Unser ganzer Stolz“, so Präsident Manuel Kohl, nachdem die über 30 Kinder und Jugendlichen einmarschiert sind. „60 Jahre – das ist eine Hammer lange Zeit, zumal ja immer weniger Vereine eine eigene Garde haben“, hebt Kohl hervor.

Zum Jubiläum ist die an diesem Abend voll besetzte DJK-Halle nicht nur mit zahlreichen historischen Fotos sowie früheren „MM“-Artikeln über die Garde geschmückt. Dank Marina Hotz, 1976 bis 1996 in der Garde und immer noch im Damenkomitee des Vereins aktiv, sowie ihrem Mann und Elferrat Manfred sind auch zahlreiche ehemalige Gardetänzerinnen aus den 1970er, 1980er und 1990er Jahren gekommen – zwei sogar eigens angereist aus Bayern.

Die weiteste Anreise hatte aber Jürgen Mandl, bis 2002 „Gowe“-Präsident war und heute beruflich in Russland tätig ist. Ihm – ebenso wie dem Ehrenvorsitzenden Otmar Lenhardt, dem Ehrenpräsidenten Bernhard Kohl, dem Vorsitzenden Thorsten Herrscher sowie allen Elferräten und fleißigen Helfern – überreicht Manuel Kohl den neuen Jahresorden, der dem Gardejubiläum gewidmet ist. Dabei geht ein großer Dank auch an das „Nähteam“ der Garden aus Stephanie Pirucchio, Karola Reineke und Heidi Walter, die für Uniformen und Kostüme sorgen, sowie an die Betreuerinnen Barbara Spies, Karola Reineke und Heidi Walter.

Vier Jungelferräte

Verstärkung gibt es für den Elferrat: Volker Mahnke, seit 2018 Kassenwart, wird neu in das Gremium aufgenommen. Zudem wird „der nächste Generationswechsel vorbereitet“, wie Manuel Kohl ankündigt – obwohl doch gerade erst 2018 die Generation der 30- bis 40-Jährigen die Leitung übernommen hat. Aber mit Adrian Herrscher (12), Marvin Spies (14) sowie Leon Göttlich und Sandro Pirucchio (beide 15) werden vier Jugendliche zu Jungelferräten ernannt. „Da sind wir schon stolz, dass wir schon die nächste Generation gewinnen konnten“, so Präsident Kohl.

Auch bei der Garde gibt es genug Nachwuchs, wie die Auftritte zeigen: Feline Benzik ist erstmals alleine als Tanzmariechen aktiv. Im Vorjahr hat sie noch mit Melanie Wendt getanzt, doch die ist verletzt – und nun tritt die Achtjährige ganz alleine auf. „Allergrößten Respekt“ bekundet da nicht nur der Präsident, sondern auch das begeistert applaudierende Publikum. Trainiert wird Feline Benzik von Nadine Walter (28). Die tritt, dank der neuen Trainerin Franziska Maylahn, nach einem Jahr Pause nun auch wieder als Tanzmariechen auf und wird gleich mit großem Jubel des Publikums bedacht.

„Ab in den Süden“ heißt es bei den Kleinsten: Die Minigarde – das jüngste Mitglied ist erst drei Jahre alt – begeistert mit einem Tanz „Südseeparty“. Trainiert werden sie von Lisa und Nina Schuricht, ebenso die stets wachsende Jugendgarde. Nina Lentz und Nadine Settele trainieren die Junioren (die auch zwei Jungs in ihren Reihen haben), Bianca Beck und Katharina Becker die Offiziere, die (obwohl krankheitsgeschwächt) nach einem zackigen Marschtanz noch für den Schautanz „Froschkönig“ viel Beifall einheimsen.

„Super, was Ihr hier für eine Garde habt“, lobt daher Prinzessin Sabrina IV. von den „Grumbe“ aus dem benachbarten Heddesheim, und auch Horst Lederer von den „Schlappmäulern“ spricht bei seinem Grußwort anerkennend von einer „super Jugendarbeit“.

Delegation aus Heidelberg

Eine besonders große Delegation gratuliert den „Gowe“ aber aus Heidelberg: die Spitze der dortigen traditionsreichsten Karnevalsgesellschaft „Perkeo“ einschließlich Präsident und Symbolfigur „Perkeo“, Thomas Barth. „Ich wollte einfach mal wieder nach Wallstadt kommen, denn es ist der wunderschönste Stadtteil von Mannheim“, so Barth. Wenn Kurfürst Carl Philipp, als er sich vor 300 Jahren mit den Heidelbergern verkracht hatte, in Wallstadt vorbeigekommen wäre, hätte er sein Schloss sicher hier gebaut und nicht in Mannheim“, scherzt er.