Wallstadt

Wallstadt Neue Initiative kämpft für den Erhalt des Gemeindezentrums und langfristig für den Neubau eines Kultur- und Sportzentrums

„Gemeinsamer Aufschrei“ geplant

Eine Bürgerinitiative will sich am Sonntag in Wallstadt gründen. Ihr Ziel ist zunächst der Erhalt des Katholischen Gemeindezentrums, langfristig der Neubau eines Kultur- und Sportzentrums in Wallstadt. Dazu sammelt die von sechs Akteuren aus dem Vereinsleben formierte Initiative nun Unterschriften auf Postkarten, die an alle Haushalte verteilt wurden, und plant eine Online-Petition. Sie erhoffen sich davon „einen gemeinsamen Aufschrei der gesamten Wallstadter Bevölkerung“, so Manuela Müller, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Wallstadter Vereine (IWV).

Den Anstoß gab die im vergangenen Jahr aufgekommene Diskussion um die Zukunft des Katholischen Gemeindezentrums. Das Erzbischöfliche Ordinariat hat den Gemeinden eine sogenannte „Gebäudeoptimierung“ verordnet. Dabei geriet die Wallstadter DJK-Halle ins Visier, sogar von einem Verkauf des Geländes an einen Investor für Wohnungsbau war die Rede. DJK, „Gowe“ und die Interessengemeinschaft der Vereine schlugen die Gründung einer eigenen Trägergesellschaft für die Halle vor. Sie würde den laufenden Betrieb organisieren – wenn die Stadt die Immobilie von der Kirche übernimmt und Investitionen in den Bau abdeckt. Bisher kam man da aber nicht weiter.

Für eine Übergangszeit

Schon seit Jahren seien durch die Schließung von Gaststätten mit Nebenzimmern Räume für Proben oder Treffen weggefallen. „Den Vereinen und damit der Möglichkeit zur gemeinsamen Freizeitgestaltung und der sozialen Verbundenheit wurde Stück für Stück die Basis entzogen“, so die Initiative in ihrem Aufruf. Dadurch habe bereits ein Vereinssterben begonnen, „weil schlicht und ergreifend kein Ort mehr vorhanden ist, wo Freizeitbetätigung möglich ist“, heißt es. Wenn auch noch einer der letzten Orte, das Gemeindezentrum, aufgegeben werde, verschärfe sich die Lage noch mehr, fürchtet die Initiative.

Kurzfristig tritt sie daher für den Erhalt des Zentrums ein, so Manuela Müller. Sie steht mit ihrem IWV-Stellvertreter Jens Weber sowie Thomas Müller (Vorsitzender „Sängerkreis“), Susanne Brauch (DJK-Vorsitzende), Otmar Lenhardt („Gowe“-Vorsitzender), Anne-Sophie Waag (Celebration Gospel Choir) und Annett Peschke, in Wallstadt lebende Webdesignerin, hinter dem Gründungsaufruf.

Manuela Müller hält das Gemeindezentrum aber nur mittelfristig für erhaltbar. „Die Halle ist in die Jahre gekommen, es gibt keine Parkplätze, manchmal Probleme mit den Nachbarn, zudem ist sie einfach oft ausgebucht – wir machen ja unseren Neujahrsempfang nur deshalb am Sonntagnachmittag, weil sonst immer andere Termine sind“, erklärt sie. „Für eine Übergangszeit“ sei das Haus „unverzichtbar“, und sie hoffe, dass sich das Modell der Trägergesellschaft noch realisieren lasse. Doch die Initiative wolle bewusst langfristig denken – „für kommende Generationen“, so Manuela Müller: „Wir wissen ja, dass die Mühlen der Stadt langsam mahlen und sich binnen fünf Jahren da nichts erreichen lässt, sondern es länger dauert“, ahnt sie.

Langfristig führe jedoch an einem Neubau – der ja mal in „Wallstadt-Nord“ geplant war – kein Weg vorbei, ist der Kreis überzeugt, der den Gründungsaufruf unterzeichnet hat. „Das Wallstadter Vereinsleben wird von der Stadt Mannheim in der Öffentlichkeit an jeder Stelle und zu jeder Gelegenheit als besonders vorbildlich und gemeinschaftsfordernd gelobt“, heißt es darin. „Die Menschen werden als engagiert und mit einem großen Herz für die Gemeinschaft beschrieben“, so der Text.

„Aber in der gesamten Geschichte des Stadtteils hat die Stadt für die Errichtung, den Erhalt und die Unterhaltung eines Kultur- und Sportzentrums, trotz Bitten und Antragen, bisher noch keine finanziellen Mittel zur Verfugung gestellt“, rufen die Initiatoren in Erinnerung. Ziel sei „ein Treffpunkt für alle Generationen, wo wir uns gemeinsam kulturell und sportlich betätigen, wo wir Wissen austauschen, miteinander diskutieren, wo wir unser Leben mit Freude aktiv gestalten“.

„Mehr als ein Schlafplatz“

Als Bauplatz kommt nach Angaben von Manuela Müller das Gelände östlich des Friedhofs an der Normannenstraße/Ecke Siebenbürgerstraße infrage, gegenüber vom Supermarkt „Penny“. Das hat die Stadtverwaltung auch schon einmal als möglichen Ort für den Neubau eines Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr ins Auge gefasst, es wäre aber viel mehr Platz da – und es ist im Besitz der Stadt.

„Vielleicht kann man das mit der Feuerwehr ja irgendwie verbinden, bestimmte Räume gemeinsam nutzen, das spart Geld“, denkt Manuela Müller. Ebenso möglich wäre ein Neubau bei den bisherigen Sportplätzen an der verlängerten Römerstraße.

Jedenfalls wolle man „ein Haus bauen, in dem unsere aktiven Kultur- und Sportvereine wieder eine Heimat bekommen, wo kreative Ideen verwirklicht und neue Vereine auch in Zukunft gegründet werden können“. Dieses Haus solle „Mittelpunkt des sozialen Lebens unseres Stadtteils werden“, für die traditionsreichen Veranstaltungen wie auch neue attraktive Kultur- und Sportangebote. „Wallstadt soll mehr sein als ein netter Schlafplatz in Seenähe!“, so die Initiative.