Wallstadt

Wallstadt Hedwig Franke und Michael Barrett begeistern

Heiterer Satireabend im Café Maije

Archivartikel

Trotz Sommerhitze konnte Rahel Mangold von Feudenheimer Kultur-Events kulturinteressierter Besucher zu „Frau Frankes verdammt wunderbarem Lesesalon“ im Café Maije begrüßen. Mit einem heiteren Satireabend begeisterten die Schauspielerin Hedwig Franke und Gitarrist Michael Barrett.

„Ich habe Tränen gelacht“, sagte eine Zuhörerin am Ende des Abends, den die scharfzüngige Franke mit einer amüsanten Geschichte von einer Flussfahrt eröffnet hatte. Die Abenteuer von Mark Twain auf dem Neckar standen dabei im Mittelpunkt. Der amerikanische Humorist Mark Twain fuhr 1878 auf seiner Europareise auf einem Floß den Neckar hinunter und sang danach ein Loblied auf den Fluss, das bis heute in den Tourismus-Prospekten nachhallt.

Geschichten aus dem Leben

Frau Franke widmete sich in ihrem „Lesesalon“ den Blüten einer Literatur, die nicht auf‘s erste Hören als solche zu erkennen ist, wie die sperrigen Spammails russischer Nadjas und Nataschas an potenzielle Heiratskandidaten. Die Schauspielerin brachte in ihrer unnachahmlichen Art mit ihren Geschichten, die das Leben schrieb, die Zuschauer zum Lachen. Alltägliche Szenen werden bei ihr zum Grotesken verdreht, wie etwa Frankes amüsante Überlegungen in Anlehnung an die Bibel, wieso Gott deutschen Wurstgesichtern nicht die Wurst, sondern den Brokkoli als Nationalgericht gab.

Aber auch Songs wie „Moonriver“ oder „Take me home you silly boy“ zum Abschied von Frau Frankes musikalischem Begleiter Michael Barrett, der in Kürze nach Berlin gehen wird, gaben dem heiteren Abend eine zusätzliche Würze. Nach einer kurzen Pause, in der Frau Franke ihren Rauscherock zur Abkühlung mal in Richtung der geöffneten Eingangstür lupfte, stellte sie Überlegungen an über „die Frau als Haustier“ – „diesen altdeutschen Ehebrocken, der sich vor dem Fernseher die Hühneraugen mit dem Küchenmesser abhobelt“. Statt zum treuen Kaltblüter aber gehe der heutige Trend leider eher zur zickigen Araberstute, bedauerte Frau Franke. In erfrischender Selbstironie beschloss Franke den rundum gelungenen Abend mit dem französischen Chanson „Moi aussi“. ost