Wallstadt

Wallstadt Eindrucksvolle Vorführungen beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr / Ehrenamtliche ständig im Unwettereinsatz

Kamerad aus dichtem Rauch gerettet

Es ist „nur“ ein Zelt, aber soll eine Wohnung darstellen. Dichter Rauch quillt heraus. Aber es reicht der Freiwilligen Feuerwehr Wallstadt, bei ihrem Tag der offenen Tür vor zahlreichen Zuschauern anschaulich den Einsatz bei einem Wohnungsbrand mit einer Menschenrettung zu demonstrieren.

Das Löschfahrzeug, in dem Kinder sonst ganz stolz Platz nehmen und an einer kurzen Fahrt um den Wohnblock teilnehmen können – es wird jetzt gebraucht. Aber die Warteschlage löst sich auch gleich auf, denn auf dem Hof gibt es ja jetzt mit der Vorführung eine neue, große Attraktion. und schon biegt das fahrzeug mit Sondersignal auf den Hof.

Kindergruppe ab September

„Wenn man nur wenige Züge einatmet, wird man schon bewusstlos“, verdeutlicht Enrico Starck, der die Übung moderiert, warum Brandrauch so gefährlich ist: „Daher sind Rauchmelder vorgeschrieben!“ Derweil hat die von Gruppenführer Philipp Jakobi geleitete Fahrzeugbesatzung längst mit dem Einsatz begonnen. Der Angriffstrupp dring, mit Feuerwehrbeil und Strahlrohr ausgerüstet, in den verqualmten Rauch ein – auf Knien, weil am Boden weniger Rauch, weniger Hitze ist. Kurz darauf ziehen die beiden Feuerwehrleute die „vermißte Person“, diesmal eine 80 Kilogramm schwere Puppe, aus dem Gefahrenbereich. Derweil schließt der Wassertrupp den Hydrant an, verlegt den Reserveschlauch, rüstet sich mit Atemschutzmaske und Pressluftatmer sowie einer weiteren Reserveflasche mit Pressluft in einer Sporttasche als Rettungstrupp aus.

Das erweist sich gleich als nötig. Ob per funk „Mayday“ gerufen wird oder der durchdringende Piepton am Atemschutzgerät angeht – sobald ein Kamerad in Gefahr gerät, muss der Rettungstrupp ihn herausholen. „Das üben wir mehrfach im Jahr, damit es im Notfall wirklich klappt“, verdeutlicht Enrico Starck dem Publikum. Dem führt zudem die Jugendfeuerwehr gleich zwei Mal vor, wie sie – mit Gruppenführerin Daniela Droga (16) an der Spitze – einen Kaminbrand löscht. 15 Jugendliche umfasst die Wallstadter Jugendfeuerwehr derzeit. Ab September wird noch eine Kindergruppe für Sechs- bis Zehnjährige unter Leitung von Nadine Krenz gegründet. „Über 20 Interessenten haben wir schon“, freut sie sich.

Um das Publikum beim Tag der offenen Tür zu informieren, Getränke auszugeben, zu grillen, Kuchen oder die erstmals angebotene Zuckerwatte zu verkaufen, sind fast alle 35 Mitglieder der aktiven Mannschaft da – plus Ehefrauen und Freundinnen, wie Kommandant Sven Wollschläger dankbar hervorhebt. Dabei war seine Mannschaft in den letzten Tagen extrem gefordert. „Beim ersten Unwetter haben wir zwei Fahrzeuge besetzt, von nachts 2 Uhr bis 18 Uhr Keller ausgepumpt, Äste beseitigt“, berichtet Wollschläger. Und auch bei den folgenden Unwettern der letzten Tage gingen stets die Piepser der Wallstadter Feuerwehrleute, mussten sie erneut ausrücken – oft bis spät in die Nacht.