Wallstadt

Wallstadt Bezirksbeirat fordert Messungen an Straßen

Keine Daten zu Schadstoffen

Archivartikel

Die Wallstadter Bezirksbeiräte wollen wissen, wie hoch die Stickoxid- und Feinstaubbelastung ihres Stadtteils ist. Schließlich verlaufe die Autobahn direkt an dem Ort vorbei und er sei von stark befahrenen Umgehungsstraßen umgeben, argumentierte das Gremium in der öffentlichen Sitzung im Evangelischen Gemeindehaus. „Man sollte Messstellen in den Stadtteilen aufbauen“, forderte Rüdiger Löb (CDU). „Hat die Stadt denn kein differenziertes Belastungsbild über die Schadstoffe“, wunderte sich Martin Dubbert. Horst Blass (FDP) verwies darauf, dass er solche Daten über die B 38 in Höhe der Vogelstang gesehen habe.

„Das sind nur Berechnungen, keine Messungen“, wusste Stadtrat Roland Weiß (ML). Die Landesregierung habe bereits vor über zwei Jahren einen Vorstoß abgelehnt, Messwerte für einzelne Stadtteile zu erheben, „angesichts eines Umweltministers der Grünen ernüchternd“, beklagte Weiß.

Unterschiedliche Belastung

„Es gibt vom Land keine Bestrebungen, solche Daten zu erheben“, bestätigte Alexandre Hofen-Stein, Referent des Ersten Bürgermeisters. Die Stadt „muss mal darüber nachdenken“, ob sie und wie sie solche Daten erheben könne“, erklärte er: „Ein differenziertes Bild fehlt uns bisher.“ Derzeit gebe es in Mannheim nur am Friedrichsring einen Messpunkt für die Schadstoffbelastung in der Luft sowie eine Messung der Hintergrundbelastung in Sandhofen, beide von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) betrieben. Bei Feinstaub werde der Grenzwert weit unter-, bei Stickoxiden aber manchmal überschritten. „Erfahrungsgemäß ist dort, wo der Verkehr schnell und stetig fließt, die Belastung geringer, als wenn die Autos dicht gedrängt sind und nur zäh vorankommen“, sagte er mit Blick auf Wallstadt.

Nicht erfüllen konnte er die Bitte des Bezirksbeirats, die von der Stadt nach dem „Dieselgipfel“ geplanten Maßnahmen gegen die Schadstoffbelastung vorzustellen. „Der Bund will, dass wir eine gewisse Zurückhaltung üben in der Kommunikation, bis das Bundesumweltministerium eine Entscheidung über mögliche Förderungen getroffen hat, daran halten wir uns“, so Hofen-Stein, der im Rathaus das Thema koordiniert: „Bisher kennen wir nicht mal die Rahmenbedingungen.“ pwr