Wallstadt

Lichtblick statt Wut

Archivartikel

Peter W. Ragge zur absehbaren Rettung des "Pflug"

Es war eine Mischung aus Wut und Wehmut, Trauer und Resignation, die viele Wallstadter erfasste, als sie zuletzt am "Pflug" vorbeiliefen. Deutlich sichtbar ist dieses schöne, das alte Ortsbild so stark prägende Gebäude, einst Treffpunkt oder gar Gründungsort vieler Vereine, immer mehr verfallen. Mancher fürchtete schon, die Eigentümer würden das Haus so lange herunterkommen lassen, bis auch der Status eines Denkmals nichts mehr hilft und der Abriss eben unausweichlich wird - Beispiele für solch ein Vorgehen gibt es in Mannheim ja leider mehr als genug.

Doch die unangekündigt brennenden Lichter in den Fenstern in der "Langen Nacht der Kunst und Genüsse" bedeuteten tatsächlich ein Symbol - nämlich nicht nur einen Hoffnungsschimmer, sogar einen Lichtblick! Es ist ein Käufer gefunden, der - so sieht es nach ersten Plänen aus - offenbar das nötige Können, die Ideen und den Mut aufbringt, den "Pflug" zu retten. Dafür ist ihm Erfolg zu wünschen.

Kein Haus der Vereine

Natürlich wird sich die Optik des Ensembles insgesamt, schon durch den Abriss des Anbaus, ändern. Und natürlich sind die Wünsche der Interessengemeinschaft Wallstadter Vereine, die Stadt möge das Anwesen als Probe- und Auftrittsort für Vereine erwerben, blanke Illusion gewesen - weil das Thema einfach derzeit nicht auf der städtischen Tagesordnung ist und dem Vorort die politische Durchschlagskraft fehlt. Aber auch wenn man sich über die absehbare Rettung des "Pflug" jetzt freuen kann, muss dieses Anliegen eben an anderer Stelle weiterverfolgt werden.