Wallstadt

Bilanz Zufrieden mit Umsätzen / Manuela Müller: „Funktionierendes Gemeinwesen in Gefahr“

Mahnende Worte an die Politik

Archivartikel

„Zufrieden“, sagt Manuela Müller zunächst, korrigiert dann in „sehr zufrieden“. „Natürlich muss man warten, was unter dem Strich dabei herauskommt, wenn alles abgerechnet ist“, schränkt die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Wallstadter Vereine (IWV) ein. Doch ihre Bilanz der – erstmals nach langjähriger Pause auf drei Tage ausgedehnten – Kerwe fällt rundum positiv aus.

„Wir waren am Freitagabend und Samstagabend jeweils ausverkauft, haben jeweils nachbestellen müssen, und Sonntag haben die Vorräte gerade so gereicht“, blickt sie zurück. Die Ausweitung habe sich ebenso in jedem Fall gelohnt wie die erweiterte Speisekarte. „Der erstmals angebotene Schweinebraten ging prima weg, auch überraschend viele Rindswürste“, so Müller.

Freilich sei das alles nur möglich, weil über drei Tage plus Auf- und Abbau mehr als 200 Helfer ehrenamtlich mitarbeiten. Dabei hebt sie besonders dankbar die beiden neuen Mitgliedsvereine der Interessengemeinschaft, den Dartclub sowie die Feldbogen- und Blasrohrschützen, hervor. „Die Solidargemeinschaft im Ort funktioniert“, so Müller.

Neuer Kerwebürgermeister

Dabei bezieht Jens Weber, ihr Stellvertreter, auch die Anwohner mit ein: „Nett hilfsbereit, keinerlei Probleme“, dankt er. Aber man habe auch ein „sehr, sehr gutes Publikum“ und „nullkommanull Probleme“.

„Bei uns feiern Jung und Alt, einfach alle Wallstadter“, sagt Manuela Müller bereits, als sie das Fest eröffnet: „Der Erfolg zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, spielt die IWV-Vorsitzende darauf an, dass Ausrichtung und Termin des Kerwe-Festes bis vor drei Jahren im Ort heftig umstritten waren. Allerdings mahnt sie in Anwesenheit zahlreicher Politiker bei der Eröffnung auch, dass dieser Erfolg bedroht ist, wenn kein Kultur- und Sportzentrum gebaut werde. „Wir sind hier ein funktionierendes Gemeinwesen mit wachsendem Vereinsleben, das aber in Gefahr ist“, so Müller. „Ich hoffe, dass der Mut nicht auf der Strecke der Haushaltsberatungen verloren geht und wir nächstes Jahr wieder kommen und sagen können: Wir haben Wort gehalten“, sagt Stadtrat Roland Weiß (ML) zu der Forderung nach dem Neubau. Als Vertreter der Stadt schafft er es mit drei Schlägen, das Fass anzustechen. „Wallstadt ist ein außerordentlich lebendiger Stadtteil mit tollen, engagierten Bewohnern“, lobt er. Dem müsse die Stadt Rechnung tragen.

Die engsten Mitstreiter holt Manuela Müller auf die Bühne und dankt ihnen ausdrücklich. „Aber Dich selbst hast Du vergessen“, hebt daraufhin Manuel Kohl, als Kerwebürgermeister Nachfolger von Otmar Lenhardt, ausdrücklich das Engagement der Vorsitzenden hervor. „Der Bau eines Kultur- und Sportzentrums ist für uns ganz wichtig, sonst gibt es bald keine Vereine mehr“, sagt auch Kohl unter dem Beifall der Gäste im Festzelt.