Wallstadt

Wallstadt Evangelische Gemeinde und Arbeitskreis Heimatgeschichte feiern 20 Jahre Backhaus / Einmal im Monat wird gebacken

Mischbrot bei Bürgern beliebt

Archivartikel

Bei besten äußeren Bedingungen feierten Besucher und Organisatoren gemeinsam beim Backhausfest in Wallstadt. Das Sonnenwetter strahlte besonders in den Augen von Anna Maria Baltes. Dabei verwies die Pfarrerin auf den Namensgeber der Petrusgemeinde, die gemeinsam mit dem Arbeitskreis Heimatgeschichte als Gastgeber fungierte. „Petrus hat uns Wetterglück gebracht“, schmunzelte sie. Ein Lächeln lag gleichfalls auf den Lippen des Kirchenältesten Martin Straub. „Wir haben für 250 Sitzplätze eingedeckt und alle sind besetzt“, wie sich der Vorstand des Arbeitskreises Heimatgeschichte freute.

„Wir feiern hier 20 Jahre Backhaus“, erklärte er. Urspünglich sei das nach dem Krieg gebaute Gebäude als Gemeindehaus genutzt worden. Nach dem Neubau wurden die Räumlichkeiten jedoch nicht mehr gebraucht. „Deshalb haben wir vor zwei Jahrzehnten einen Backofen reingebaut“, wie Martin Straub berichtete. Dieser werde mit Holz befeuert. Seit 20 Jahren werde dort einmal im Monat Brot gebacken. Das sei gute Tradition geworden. Die Wallstädter schätzten das Weizen- Roggen-Mischbrot. „40 Brote werden an so einem Tag gebacken“, rechnete der Kirchenälteste vor. Man könnte aber doppelt so viel verkaufen.

Mit Pferd und Lanze Ringe angeln

Auf dem Backhausfest holten Olaf und Daniela Reuthebuch gemeinsam mit Hildegard Schaaf jedoch Flammkuchen aus dem Ofen, um das Publikum deftig zu verwöhnen. Es habe keine Probleme gegeben, genügend Helfer zusammenzubekommen, wie die Organisatoren betonten. Ein Extralob verdienten sich dabei Renate und Werner Groß, die sich für die Vorbereitung der Veranstaltung engagiert hatten. Gemeinsam mit den emsigen Tüftlern Julius und Florin Gallier, Simon und Tim Reuthebuch sowie Roan Tütün hatte Martin Straub einen mechanischen Pferdeparcours aufgebaut. „Dafür kamen auch Teile des Rollstuhls meiner Mutter zum Einsatz, die darin verbaut wurden“, so Straub. Auf dem Parcours konnten die jüngsten Besucher im Sattel des mechanischen Pferdes mit Lanze auf Ringejagd gehen.

Zünftig ging es an der Kelteranlage zu, wo leckerer Apfelsaft, frisch gepresst, seinen Anklang beim Publikum fand. „Die Äpfel sind eine Spende des Obst- und Spargelhofs Bossert, bei dem wir uns dafür bedanken wollen“, meinte Martin Straub. Zu bewundern gab es auf der Veranstaltung noch einige historische Gerätschaften wie eine Maiskolbenbrechmühle, den Weizendreschflegel sowie ein Trummsäge, mit der man Holzscheiben sägen konnte.

Noch mehr Geschick war vermutlich an der Feldschmiede gefragt, wo handwerklich interessierte Besucher mit Werner Groß kleine Hufesien schmieden konnten. Die musikalische Anfeuerung kam dabei vom Gesangverein Teutonia aus Feudenheim. Die Sänger hatten für ihren Gastauftritt bei Sängerbruder Straub gleich vier Lieder im Gepäck. Die Veranstaltung sei ein tolles Umfeld, freuten sich auch der Vorsitzende Dieter Kern und seine musikalischen Mitstreiter, die mit viel Applaus auf dem Backhausfest bedacht wurden.