Wallstadt

Wallstadt Der Lesedi Show Choir aus Heidelberg in Südafrika begeisterte die Zuhörer in der Christ-König-Kirche

Singen und Tanzen mit Leib und Seele

"Musik ist die Frucht des Lebens" lautet ein afrikanisches Sprichwort. Der Lesedi Show Choir aus Südafrika, der jetzt im Rahmen seiner Konzertreise durch die Rhein-Neckar-Region und Kurpfalz in der Christ-König-Kirche gastierte, hat diesen Leitsatz verinnerlicht. Der 13-köpfige Klangkörper, der auf Einladung des örtlichen Eine-Welt-Ladens um Bärbel Schmidt-Weiser angereist war, nahm die begeisterte Gästeschar auf eine über zweistündige, intensive und emotionale Konzertreise mit, die mit lang anhaltendem Applaus für die ausdrucksstark agierende Bühnenkünstler endete.

Schon der lautstarke Einzug mit Chorleiter, "Vortänzer" und Bewegungskünstler Thabang Mokoena an der Spitze war ein Genuss für alle Sinne. Die Besucher ließen sich gerne anstecken von Rhythmus und Tönen, klatschten, lachten, tanzten oder summten mit. Ein solch akustisches, optisches und atemberaubendes Feuerwerk mit purem Afrika-Feeling hatte man hier seit "Afrika 2 America", dem 2012er Programm des örtlichen Celebration Gospel Choirs, nicht mehr gesehen. Gospels, Spirituals und Liebeslieder ("Love is good") wechselten sich ab mit eindringlichen Songs, die den musikalischen Reichtum des sogenannten "Schwarzen Kontinents" repräsentieren. Die Lieder wurden allesamt in Zulu oder der farbigen Fanti-Sprache gesungen, die den reichen Schatz afrikanischer Kultur bekräftigten. Es sind Stücke, die eigentlich keiner Übersetzung bedürfen. Die Musik ist grenzenlos, nimmt gefangen, berührt Herz und Seele.

Thematisch spannt das Ensemble einen Bogen von der Geschichte Südafrikas und der durch die Apartheid verursachten Wunden der Nation mit der immerwährenden Verehrung für ihren verstorbenen Helden Nelson Mandela. So wird die, in den Sprachen isiXhosa, isiZulu, Sesotho, Afrikaans und Englisch gesungene, Nationalhymne Südafrikas, wo es heißt "Lasst uns Leben und Streben für die Freiheit. Herr erhöre unserer Gebete und segne Afrika" zum Manifest für Liebe und Frieden.

Ansteckende Lebendigkeit

Der intensive, vielstimmige Gesang des Chores, gepaart mit ansteckender Lebendigkeit und toller Choreographie, erzeugte Gänsehaut im Auditorium. Nicht umsonst heißt es im mitreißenden südafrikanischen Stück "Rona Rebana" (Wir sind die Kinder unserer Mama Afrika) augenzwinkernd: "Wenn wir singen, schweigen die Löwen". Die exzellente Afrikakennerin Eva Buckmann von den Moko-Chören Heidelberg, der die Förderung der Musik, Kunst und Kultur Afrikas sehr am Herzen liegt und die den Chor zum wiederholten Male nach Deutschland holte, moderierte zusammen mit Thabang Mokoena und übersetzte teilweise die Stücke. Im zweiten Programmteil bewiesen die Akteure nicht nur beim eindringlichen Gummistiefeltanz, dass sie auch großartige Schauspieler und Verkleidungskünstler sind. In farbenfrohen Kostümen, die fast an Karneval erinnerten, zündeten sie ein temporeiches Spektakel, boten großes Kino für Auge und Ohr, dem sich keiner entziehen konnte - ein mitreißendes Spektrum afrikanischer Kultur, welches das afrikanische Lebensgefühl in einer mitreißenden Show auf die Bühne brachte.

"Aufregend und mitreißend"

Zum Finale erklang neben "We are Family" auch Bob Marleys Hit "One Love" in einer zuvor noch nie gehörten Version. "Außergewöhnlich und herausragend", so das Fazit von Dieter Beyerle aus Wallstadt. Nora Gieseler aus Feudenheim, die mit Freunden zum Konzert gekommen war, meinte strahlend: "Es war aufregend und mitreißend. Der Chor hat ein Lächeln in unsere Gesichter gezaubert". Die Akustik in der schönen Kirche trug ein Übriges zum Konzerterlebnis bei.