Wallstadt

Wallstadt Sorge um Zukunft der DJK-Halle / Kirche: Derzeit kein Verkauf – aber „defizitärer Betrieb nicht weiter zu leisten“

Stadt will Gespräch mit Vereinen

Die Stadtverwaltung will auf die Wallstadter Vereine zugehen, um über die Zukunft der DJK-Halle zu sprechen. „Wir gehen davon aus, dass die Gespräche zeitnah aufgenommen werden können“, sagte der Sprecher des Oberbürgermeisters, Ralf Walter, auf Anfrage des „MM“. Die Verwaltung habe den Auftrag, sich um das Thema zu kümmern, in den Etatberatungen des Gemeinderats „zur weiteren Bearbeitung mitgenommen“, so Walter. „Über die konkrete Art und Weise und einen Zeitplan sind noch interne Abstimmungen erforderlich“, erklärte er.

CDU und ML hatten im Dezember bei den Etatberatungen beantragt, dass die Stadt das Gebäude für den Zeitwert von der Kirche übernimmt und den Vereinen zur Verfügung stellt. Die SPD forderte ein Budget für „eine verlässliche Bedarfsanalyse und ein Nutzungskonzept“. Abgestimmt wurde über keinen der Anträge, sondern der Gemeinderat gab der Verwaltung auf, sich um das Thema zu kümmern.

Das Erzbischöfliche Ordinariat hat den Gemeinden eine sogenannte „Gebäudeoptimierung“ verordnet. Dabei geriet die Wallstadter DJK-Halle ins Visier, sogar von einem Verkauf des Geländes an einen Investor für Wohnungsbau war die Rede. Die Vereine befürchten bei der Schließung der für Training wie große Veranstaltungen unverzichtbaren Halle einen „Todesstoß“ (wir berichteten). DJK, „Gowe“ und die Interessengemeinschaft der Vereine schlugen die Gründung einer eigenen Trägergesellschaft vor. Sie würde den laufenden Betrieb organisieren – wenn die Stadt die Immobilie von der Kirche übernimmt und Investitionen in den Bau abdeckt.

Trägergesellschaft geplant

Die Pfarrei Christ-König ist „sehr für einen Erhalt der Halle, damit Wallstadt einen großen Raum für kulturelle Veranstaltungen behält“, so Erich Kleiner, der Sprecher des Gemeindeteams. Die Gemeinde habe das „durch die Übernahme des erheblichen Defizits in der Vergangenheit deutlich gezeigt“, betont er. „In Zukunft fehlen uns jedoch die Mittel, um die Halle weiterhin zu halten“, macht Kleiner deutlich. Darum würde die Pfarrgemeinde eine Übernahme durch die Stadt oder einen Trägerverein „sehr begrüßen“ und könne sich „auch eine Beteiligung daran vorstellen“.

Allerdings gebe es „im Moment bisher keinerlei konkrete Pläne zum Verkauf“, hebt Joachim Kiesel für den Stiftungsrat der Kirchengemeinde Maria Magdalena, zu der Christ-König gehört, hervor. Doch einerseits laufe für die gesamte Kirche eine Diskussion darüber, die Gebäude an die sich reduzierende Anzahl von Kirchensteuerzahlern anzupassen. Andererseits habe Christ-König aus eigener Kraft den Neubau des Kinderhauses Edith Stein geschafft und plane nun den Umbau des alten Kindergartens für die Gruppierungen der Gemeinde (Jugend, Senioren, Bildung, Bücherei). „Daher ist der zusätzliche defizitäre Betrieb einer Turnhalle, der nicht im Zentrum der pastoralen Aufgaben der Kirche steht, nicht weiter eigenständig zu leisten“, unterstreicht Kiesel.

„Bisher wurden nur die Verträge gekündigt, weil es so nicht mehr weiter geht. Ein Verkauf ist nur eine theoretisch mögliche Option, die aber nicht beabsichtigt ist“, ergänzt Erich Kleiner. „Während jahrelanger Verhandlungen mit der DJK Mannheim war keinerlei Entgegenkommen erzielbar, etwa bei höherer Miete, somit konnte das jährliche Defizit von mehreren zehntausend Euro nicht reduziert werden“, beklagt Kiesel. Nach seinen Worten strebt die Pfarrgemeinde eine „angemessene Aufteilung der wirtschaftlichen, haftungsrechtlichen und organisatorischen Verantwortung“ an.

Für die Wallstadter DJK-Vorsitzende Susanne Brauch steht daher fest, dass die Trägergesellschaft kommen muss. Nach ihrer Ansicht gehe es nicht um eine höhere Miete. „Die Gemeinde muss die Halle loswerden, und wir brauchen die Hilfe der Stadt, um sie zu retten“, so Brauch. Von einem Gesprächstermin mit der Stadt habe sie aber noch nichts gehört.