Wallstadt

Wallstadt Kinderliedermacher Uwe Lal spielt Doppelkonzert im evangelischen Gemeindehaus

„Trau dich raus aus dem Haus“

Archivartikel

„Heute Morgen in der Vorstellung war es voller. Die sind jetzt alle im Schwimmbad“, bedauerte Liedermacher Uwe Lal. Auf der Bühne war ein buntes Sammelsurium an schrägen Requisiten zu bestaunen, etliche Schatztruhen und grinsende Tintenfisch-Stofftiere und ein grüner Kaktus mit Gesicht. Im evangelischen Gemeindehaus im Stadtteil Wallstadt war der Mitmachmusiker Uwe Lal aus dem Sauerland zu Gast, um zwei Auftritte unter dem Titel „Wir sind stark“ zu absolvieren, einen Auftritt morgens und einen am Nachmittag.

„Ihr habt euren Mittagsschlaf noch nicht bekommen, ihr seid noch müde“, neckte Liedermacher Uwe Lal, der einen vollen Tournee-Terminkalender besitzt, seine jungen Zuhörer im evangelischen Gemeindehaus, um die Mädchen und Buben aus der Reserve zu locken. Deshalb riss der witzige Alleinunterhalter das Jungpublikum mit karnevalesken Stimmungsraketen von den Stühlen, in einer mehrstufigen Zündung. Zwischendurch sprach der graubärtige Komiker seine Besucher mit „Verehrte Kinderinnen und Kinder!“ an. „Gott hat dich wunderbar gemacht, kein anderer, der so wie du lachst. So unterschiedlich wir auch sind, wir sind alle Gottes Kind“, sang der 62-Jährige, der über eine theologische und pädagogische Ausbildung verfügt, auf seiner Akustikgitarre mit den allmählich aus sich herausgehenden Sprösslingen. Außerdem tanzte der musikalische Spaßmacher mit den Zöglingen eine an Bee Gees und 70er-Jahre-Disco erinnernde Choreografie.

Darüber hinaus vermittelte Gastsänger Uwe Lal, der seit 1995 regelmäßig auf Tournee geht, wie man spielerisch sein Gehirn stimuliert. „Und dadurch schlau wird und Klassen überspringt“, erläuterte der singende Komiker. Nämlich indem man die Arme und Beine unabhängig voneinander bewegt und dabei die beiden Hirnhälften neu taktet.

Selbstständig durch Anziehen

Deshalb plädierte der Kinder-Kabarettist dafür, sich körperlich und geistig in Bewegung zu halten, durch die Suche nach wilden Abenteuern im Freien. „Trau dich raus, aus dem Haus, mach den Fernseher aus“, schmetterte der CVJM-Sekretär. Zudem schilderte der Humorist, der in der 10 000 Einwohner zählenden Gemeinde Schalksmühle nahe Wuppertal wohnt, wie man frühe Selbständigkeit erlangt, wenn man sich etwa alleine anzieht. Aus einer Schatztruhe holte der 62-jährige Bühnenkünstler, der sich später als weißer Astronaut verkleidete, jede Menge lustige Kopfbedeckungen hervor, die er nacheinander aufzog. „Wer von euch kennt sich aus mit Astrophysik?“, erkundigte sich der Liedermacher.

Woraufhin der kostümreiche Spaßmacher den Heranwachsenden erklärte, dass bei Astronauten wie Alexander Gerst („Unser deutscher Mann im Weltall“) in der Schwerelosigkeit langsam die Muskulatur abbaut. Ausreichend Sport helfe jedoch dabei, die Muskeln zu trainieren. Gelegentlich gingen einige La-Ola-Wellen durch den Saal. „Wen hat Gott lieber, die Frechen oder die Lieben, die Groben oder die Feinen?“, philosophierte Lal an der Gitarre und gab einen mechanischen Roboter-Tanz zum besten.

Uwe Lals Fazit lautete: „Gott liebt alle Menschen gleichwertig“. Inspirierende Begegnungen mit aufgeweckten Kindern bringen den Entertainer auf neue Ideen für Mitmachlieder, wie der Bühnenkünstler nach seinem Auftritt verriet. In drei Jahren könnte Lal in den Ruhestand gehen – doch mit den Kinderkonzerten möchte der Sauerländer keinesfalls aufhören.