Wallstadt

Wallstadt Bezirksbeiräte und Vertreter der Vereine kritisieren Pläne der Stadt für Kultur- und Sportzentrum als zu klein

„Vom Bedarf noch weit entfernt“

Archivartikel

Den meisten Beifall bekam ein Bürger: „Schließen Sie nicht die Augen vor dem tatsächlichen Bedarf“, appellierte Martin Kopp, Elternbeirat der Wallstadtschule, in der Bezirksbeiratssitzung an die Vertreter der Stadt: „In Wallstadt sind schon genug Vereine eingegangen“, mahnte er. Bei den Plänen für ein neues Kultur- und Sportzentrum müsse auch bedacht werden, dass die Schulturnhalle stark sanierungsbedürftig sei und das Evangelische Gemeindezentrum ebenso nicht mehr lange zur Verfügung stehe.

Doch das fehlt in den Planungen der Stadt bisher. Martin Dubbert, der CDU-Bezirksbeiratssprecher, bezeichnete sie daher als „zu kurz gegriffen“. Zwar sei „positiv, dass offenbar der politische Wille da ist, etwas zu tun“, doch reiche das jetzige Konzept nicht aus. „Offenbar hat man die Dringlichkeit erkannt“, gestand auch Thorsten Schurse, der SPD-Bezirksbeiratssprecher, zu. Doch warnte er ebenso, die Halle zu klein zu planen. Man dürfe nicht auf mögliche spätere Erweiterungen hoffen, ergänzte Janec Gumowski (SPD). „Was wir jetzt nicht bekommen, das bekommen wir nie mehr“, warnte Gumowski.

Kegelbahnen nicht vorgesehen

Kritik kam von Schurse für die SPD wie auch von Bernd Konetschny (CDU), dass die 27 Wallstadter Kegelclubs gar nicht berücksichtigt werden. Die Stadt fördert Kegelbahnen grundsätzlich nicht mehr und verweist auf freie Bahnen in anderen Stadtteilen. Aber in Wallstadt gebe es immerhin 27 gut funktionierende Clubs, die mit der DJK-Halle ihre Heimat verlören, kritisierte Schurse. Die könne man nicht einfach auf andere Vororte verweisen, „solange Wallstadt abends nur mit 30-Minuten-Takt an die Stadtbahn angeschlossen ist“, so der SPD-Sprecher.

Cornelia Schacht (Grüne) wunderte sich, warum das Feudenheimer Modell einer getrennten Sport- und Kulturhalle nicht auf Wallstadt übertragen wird. „Das hat sich dort bewährt“, so Schacht. Heidrun Back (CDU) warnte, nicht zu klein zu planen. „Mit wachsender Digitalisierung nimmt der Bedarf an Räumen für die Begegnung von Menschen zu, um uns herum entstehen neue Wohngebiete und die Bürgerbeteiligung soll doch zunehmen – dazu braucht es auch Räume“, so Back.

Darin war sie sich mit SPD-Stadträtin Claudia Schöning-Kalender einig. „Wir müssen an die Bevölkerungsprognose und die Neubaugebiete denken, dem Bedarf auch noch in 30 bis 50 Jahren gerecht werden“, meinte sie. Daher gehe sie davon aus, dass „die Verhandlungen noch nicht am Ende sind“.

„Alle Zukunftsthemen, die wir aufgelistet haben, sind nicht berücksichtigt“, beklagte Manuela Müller, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Wallstadter Vereine (IWV). Nach ihrer Meinung sind die Pläne „noch ein gutes Stück weit entfernt“ vom tatsächlichen Bedarf: „Da ist noch Nacharbeit nötig“, meinte sie. „Eine zweifeldige Halle wäre an fünf Tagen die Woche allein mit dem ausgelastet, was es jetzt schon gibt“, ergänzte Thomas Müller von der Bürgerinitiative. In jedem Fall müsse die Stadtverwaltung „jetzt Gas geben“ und der Gemeinderat darauf achten, dass wirklich genug Planungsgelder zur Verfügung stehen, so Stadtrat Roland Weiß (ML).