Weinheim

Weinheim Am Sonntag sind rund 35 000 Bürger aufgerufen, in der Großen Kreisstadt die Nachfolge von Oberbürgermeister Heiner Bernhard zu bestimmen

Für die „Glorreichen Sieben“ wird‘s ernst

Wer wird Nachfolger von Heiner Bernhard? Rund 35 000 Weinheimer sind am morgigen Sonntag aufgerufen, ihr neues Stadtoberhaupt zu wählen. Die Wahl ist auch deshalb besonders spannend, weil der sozialdemokratische Amtsinhaber nicht wieder antritt. Zwei Frauen und fünf Männer trachten danach, seinen Stuhl in dem in einem Schloss untergebrachten Rathaus der Großen Kreisstadt einzunehmen.

Von diesen „Glorreichen Sieben“ gelten nur vier als erfolgversprechende Bewerber. So etwa Manuel Just, 39, parteilos, aber empfohlen von CDU, Freien Wählern, Grünen und FDP, bislang Bürgermeister der kleinen Nachbargemeinde Hirschberg, der daher im Wahlkampf auf seine Verwaltungserfahrung abhob.

Kommunalpolitiker treten an

Auf langjähriges kommunalpolitisches Engagement in Weinheim kann Stella Kirgiane-Efremidou, 52, die Vorsitzende der SPD-Gemeinderatsfraktion und Kreisrätin, verweisen. Bereits kommunalpolitisch tätig sind auch die Kandidaten Carsten Labudda, Stadt- und Kreisrat für die Linke, und Simon Pflästerer, Stadtrat für die Weinheimer Liste.

Weitere Kandidaten sind der parteilose Polizeihauptkommissar Oliver Kümmerle, der mit „Make Woinem schön again!“ einen eingängigen Werbeslogan kreierte, Björn Leuzinger von der Satire-Gruppe „Die Partei“, der bei der kürzlichen offiziellen Kandidatenvorstellung der Stadt unter anderem „Freibier jeden Freitag ab 18 Uhr im Schlosspark“ propagierte, sowie Fridi Miller aus Sindelfingen, die schon bei Wahlen in mehr als 80 Städten antrat.

Von den rund 35 000 Wahlberechtigten stammen exakt 2635 aus anderen Staaten der Europäischen Union. 3743 Wähler ab 16 Jahren dürfen erstmals ihre Stimme abgeben. Die Wahllokale sind am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Viele haben bereits abgestimmt – in Form der Briefwahl. Nach Angaben der Stadt wurden bis Dienstag mehr als 4000 Wahlscheine ausgestellt – rund drei mal mehr als bei der vorangegangenen Wahl vor acht Jahren. „Dazu muss man aber beachten“, erläutert Roland Kern, Pressesprecher der Stadt, „dass Heiner Bernhard vor acht Jahren der einzige Bewerber war und die Wahlbeteiligung erwartungsgemäß bei rund 20 Prozent lag, entsprechend niedrig war auch die Zahl der Briefwähler.“

Den jeweiligen Stand der Auszählung präsentiert die Verwaltung am Wahlabend im Rathaus im Kleinen Sitzungssaal. Gegen 19.30 Uhr dürfte das politische Ergebnis dieser Wahl feststehen. Für 20 Uhr ist der Gemeindewahlausschuss unter Vorsitz von Amtsinhaber Heiner Bernhard zur offiziellen Feststellung des Ergebnisses einberufen.

Erreicht morgen kein Bewerber mehr als 50 Prozent, so findet am 24. Juni eine Neuwahl statt, die allerdings keine Stichwahl nur unter den beiden Bestplatzierten darstellt. Vielmehr können nunmehr auch neue Bewerber hinzukommen. Fest steht nur: Der erste Arbeitstag des neuen Stadtoberhauptes ist am 13. August – dem Kerwe-Montag.