Weinheim

Weinheim Bis Sonntag steht die Große Kreisstadt ganz im Zeichen des Landesturnfestes

Hinter den Kulissen sind viele im Einsatz

Archivartikel

Eigentlich war alles so perfekt geplant: Pünktlich zum Presserundgang über das weitläufige Gelände des Sepp-Herberger-Stadions vor Beginn des Landesturnfestes sollte das große Bühnendach nach oben gezogen werden – es wäre ein schönes Motiv für die Fotografen gewesen. Doch der böige Wind machte den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung.

Henning Paul, Geschäftsführer des Badischen Turner-Bundes, lässt sich von solchen Unwägbarkeiten aber nicht aus der Ruhe bringen. Improvisationstalent brauchen alle, die beim Landesturnfest, der größten Breitensportveranstaltung Baden-Württemberg, mit anpacken.

Etwa Jürgen Dörr. Der Wahl-Weinheimer, der aus Rimbach stammt und seit 15 Jahren in der Zweiburgenstadt lebt, ist der Chef des Catering-Unternehmens Ehrenfried: „Wir waren 2006 in Heidelberg schon beim Landesturnfest dabei; das hat richtig Spaß gemacht, obwohl es vier Tage lang geregnet hat“, erinnert sich Dörr lachend. Für die ersten zwei Tage in Weinheim kalkulierte er mit 10 000 Bratwürsten und 1,2 Tonnen Pommes.

Ehrenamtliche engagiert

Die TSG Weinheim kümmert sich um mehr als 1400 Übernachtungsgäste in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, übernimmt einen Teil des Caterings für die aktiven Sportler im Stadion und ist auch mit zahlreichen Helfern bei den Wettkämpfen im Einsatz. „520 Acht-Stunden-Schichten werden von unseren Mitgliedern erbracht“, berichtet Geschäftsführer Alexander Erg, der selbst jede Menge Turnfesterfahrung hat: „Wir wurden immer sehr freundlich aufgenommen, jetzt geben wir als Weinheimer davon etwas zurück.“

Aber auch für den Tag danach hat die TSG schon vorgesorgt: Weil am Montag der Schulunterricht in der Schule wieder regulär startet, wurden alle 102 Zimmer fotografiert – damit die Gastvereine vor ihrer Abreise Tische und Stühle wieder genau so hinstellen, wie sie vor den Pfingstferien standen.

Insgesamt 35 Vereine kommen in den Räumlichkeiten des Werner-Heisenberg-Gymnasiums unter. Bei der Zimmerverteilung habe man besonders darauf geachtet, dass die Gruppen vorwiegend beieinander bleiben können. „Das war keine leichte Aufgabe, denn es reisen zwischendurch immer wieder Vereine ab und an“, sagt Fred Gai vom Luftsportverein. Auch für die Sicherheit ist ausreichend Personal eingeplant. Am einzigen Eingang, vor der Aula, werden die Turnfestpässe kontrolliert. Und über Nacht ist immer ein Ansprechpartner vom Luftsportverein vor Ort.

Auch für die Frühstücksversorgung sorgen die Mitglieder. Frische Brötchen, Käse, Obst und mehr liefert Edeka jeden morgen in die Mensa. Den Küchenbereich dürfe man dort allerdings nicht nutzen, die Besucher müssen ihr selbst mitgebrachtes Geschirr im provisorischen Spüllager waschen. Geld verdient der Verein mit dem Frühstück nicht.

Lohnen kann sich das Engagement aber dennoch: „Wir hoffen, dass sich die Sportler bei uns wohlfühlen und auch Getränke und Snacks bei uns kaufen. Denn dann verdienen wir dabei etwas für unsere Vereinskasse“, berichtet Gai. Den erhofften Gewinn will der Verein in ein neues Segelflugzeug investieren. wn

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