Weinheim

Pop Die Band New Nektar stellt sich im Café Central vor

Klassiker begeistern

Eine Zukunft, in der eine Reise mit der Zeitmaschine ins Zentrum des Auges den Mann im Mond recycelt? Regiert hier sinnloser Größenwahn? Nein. Es handelt sich um aneinandergereihte (und übersetzte) Albumtitel der legendären Progressive Rockband Nektar. 1969 nach dem sagenhaften Trank antiker Götter benannt, der Unsterblichkeit spendet, ist die Formation 2001 und 2018, nun aber als New Nektar, zweimal wiederauferstanden.

Auf neuem Namen bestanden

Wie lebendig ihr Werk klingt, davon zeigen sich treue Fans im gut gefüllten Weinheimer Café Central begeistert. Darunter einige, die Nektar noch mit Gitarrist und Sänger Roye Albrighton sahen. 2016 starb das Gründungsmitglied aus der Kraut-rock-Ära, in der Rock-Kommunarden aus England 1970 in Seeheim-Jugenheim an der Bergstraße eine internationale Karriere starteten. Zum Gedenken: die Ballade „Now“ (2001). Auf den neuen Namen für die Band hatte Alex Hoffmeister bestanden: Der Nachfolger Albrightons will sich nicht mit Federn seines Idols schmücken.

Außer nach wie vor zeitkritischen Songs vom aktuellen Album „Megalomania“ (Größenwahn), das neben dem Titelstück weitere starke Momente hat, sind mehrheitlich Klassiker in mitreißenden Versionen zu hören. Herausragend: das Medley mit „Dream Nebula“ (1971) und „Desolation Valley“ (1972). Erst bei jüngerem Material wie „Doctor Kool“ (2008) kommt der Begleitgesang von Sandra Kawka und Helen Landzettel zum Tragen. Für den fetten Orgelsound sorgt seit 2007 Klaus Henatsch (Ex-Jane). Am Schlagzeug glänzt Norbert „Panza“ Lehmann (Ex-Karthago), an Bass und Geige Heike Nolden.