Weinheim

Weinheim Gemeinderat stimmt Kostensteigerung für Verlegung der Haltestelle Luisenstraße zu

Massive Kritik an der RNV

Archivartikel

Eine E-Mail, die am 15. März bei der Stadtverwaltung eintraf, hatte es in sich: Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) teilte auf diese Weise mit, dass sich die Baukosten rund um die Verlegung der Haltestelle Luisenstraße auf die gegenüberliegende Straßenseite von 3,1 auf 4,8 Millionen Euro erhöhen werden.

Als sich Oberbürgermeister Heiner Bernhard Tage zuvor mit der RNV-Spitze zu diesem Projekt getroffen hatte, fiel noch kein Wort davon. „Mit der Faust in der Tasche“, so Bernhard im Gemeinderat, müsse man der Erhöhung zustimmen – was letztlich bei zwei Enthaltungen und einer Nein-Stimme auch geschah.

Bleibt der Rhein-Neckar-Kreis bei seiner Zuschusszusage zum Projekt, wird sich die Stadt nun mit einer Million Euro an dem Maßnahmenbündel beteiligen müssen, das auch vom Bund gefördert wird – 345 000 Euro mehr als zunächst geplant.

Was wird alles gemacht? Die Haltestelle Luisenstraße wird auf die andere Straßenseite verlegt, um einen direkteren und barrierefreien Zugang zum Hauptbahnhof zu ermöglichen. Die OEG-Gleise werden von der Mitte auf die Südseite der OEG-Brücke verlegt, sodass sich OEG und Autos am Postknoten nicht mehr kreuzen. Die Ampelanlage an der Kreuzung von B 3, Mannheimer Straße und Bahnhofstraße wird komplett erneuert, die Mannheimer Straße erhält zwischen Einmündung Weststraße und Händelknoten eine neue Decke und neue Schienen. Vorgesehener Baubeginn in der Mannheimer Straße ist im Juni.

Auch die jetzt vorliegenden Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, denn nur 43 Prozent der Kosten sind aktuell genau ermittelt, 57 Prozent noch nicht. Man habe aber bereits mögliche Preissteigerungen eingerechnet, sagte Gunnar Straßburger, Leiter des Bereichs Infrastruktur bei der RNV, als er dem Gemeinderat die Kostensteigerung erläuterte. Um die Mehrkosten aufzubringen, muss die Stadt nun die für dieses Jahr vorgesehen Sanierung der Zwillingsbrücke, die am westlichen Ende der Werderstraße über die Weschnitz führt, auf nächstes Jahr verschieben.

Die Fraktionen äußerten massive Kritik an der RNV. „Mit welchen Büros arbeiten Sie denn zusammen?“, stellte Holger Haring (CDU) eine eher rhetorische Frage. Elisabeth Kramer (Grüne) hat immerhin die Hoffnung, dass sich auch für Radfahrer bessere Bedingungen ergeben werden. Als Fahrradnutzer wies Carsten Labudda (Die Linke) darauf hin, dass der Kreuzungsbereich beim Befahren schwierig sei.

Karl Bär (Weinheimer Liste) meinte: „Wie soll man so eine Kostensteigerung eigentlich den Bürgern erklären?“ Daraufhin Heiner Bernhard ironisch: „Sagen Sie einfach, der OB ist schuld.“ dra