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„Anerkennen, was gewachsen ist“

Hellmut Königshaus Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft

Hellmut Königshaus (FDP/Bild), langjähriger Wehrbeauftragter des Bundestages, ist seit zwei Jahren Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG). Der Verein setzt sich für das Lebensrecht Israels ein, fordert aber auch eine „Verständigung zwischen allen Völkern der Region“. Im Gespräch mit dieser Zeitung sagt Königshaus, was die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump für diese Ziele bedeutet.

Herr Königshaus, wie finden Sie den Beschluss, den Umzug der US-Botschaft nach Jerusalem vorzubereiten?

Hellmut Königshaus: So neu ist das nicht. Es gibt seit 1995 ein US-Gesetz, das die Regierung verpflichtet, die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Trump hat nun entschieden, es nicht weiter auszusetzen. Das Ganze ist nicht seine alleinige Idee. Die Tatsache, dass die US-Botschaft bisher in Tel Aviv war, hatte etwas mit Nichtanerkennung von gewachsenen Realitäten zu tun. West-Jerusalem ist seit vielen Jahren Hauptstadt Israels. Auch deutsche Präsidenten und Kanzler haben dort gesprochen und wussten sicher, wo sie sind. Deswegen ist die Aufregung für mich so nicht zu verstehen.

Ist denn diese Entscheidung zum gegenwärtigen Zeitpunkt politisch klug?

Königshaus: Das steht auf einem anderen Blatt. Im Moment gibt es keinen wirklichen Friedensprozess mehr, sondern Stillstand. Natürlich verbessert der Schritt jetzt nicht die Aussichten für aktuelle Friedensbemühungen. Aber langfristig müssen Araber und Palästinenser ohnehin akzeptieren, dass Jerusalem Israels Hauptstadt ist.

Die Palästinenser haben bereits „Tage des Zorns“ angekündigt. Wie kann der Friedensprozess wieder in Gang kommen?

Königshaus: Nur indem alle anerkennen, was dort über Jahre hinweg gewachsen ist. Eben die Hauptstadt Jerusalem. Man kann die Politik nicht immer daran orientieren, dass mit Gewalt gedroht wird. Das sollten auch die Verantwortlichen in Palästina und den arabischen Ländern begreifen, die die Stimmung immer wieder aufheizen und die Konfrontation erst schaffen.Die heutige Situation ist Folge der von arabischen Staaten angezettelten Kriege gegen Israel. (Werner Kolhoff)

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