Welt und Wissen

Anschluss Österreichs

1938

Was etwas verharmlosend als „Anschluss Österreichs“ bezeichnet wird, war faktisch die Annexion eines anderen Landes durch die Nationalsozialisten. Unter erneutem Bruch des Versailler Vertrages von 1919 (auch die Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes 1936 war ein solcher) – und mit militärischer Gewalt. Als Einheiten der Wehrmacht in der Nacht vom 11. auf den 12. März bei den südlichen Nachbarn einmarschierten, taten sie das aber durchaus auch unter dem Jubel der dortigen Bevölkerung. Nach dem Anschluss wurden weitere Bestimmungen des verhassten Versailler Vertrages revidiert: Die erzwungene Annexion des Sudetenlandes – Münchner Abkommen, September 1938 – zählt ebenso dazu wie die eigentlich schon zu diesem Zeitpunkt beabsichtigte Zerschlagung der Tschechoslowakei, die im März 1939 vollzogen wurde, sowie der Angriff auf Polen am 1. September 1939 – der Beginn des Zweiten Weltkriegs in Europa. Die Zugehörigkeit Österreichs zum Reich wurde erst mit dem Sieg der Alliierten 1945 beendet.

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