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Atomkraft: Ende absehbar

Mit politisch erzwungenen Abschieden von Energie-Technologien hat Deutschland mittlerweile Erfahrung. Der Streit über die Nutzung der Atomkraft für die Stromerzeugung war einer der großen gesellschaftlichen Konflikte der Bundesrepublik.

Spätestens seit den 1970er Jahren gab es regelmäßig Demonstrationen, Blockaden, Sabotage, Bauplatzbesetzungen, Straßenschlachten, unendliche Gerichtsprozesse um etwa zwei Dutzend Blöcke von Atomkraftwerken (AKW) und die damit verbundene Industrie.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) verhandelten deshalb im Jahr 2000 mit den Stromkonzernen. Im Atomkonsens beschloss man, die Anlagen nach und nach abzuschalten. Aber erst die Katastrophe von Fukushima in Japan im März 2011 besiegelte das politische Ende der Technik in Deutschland. Bundesregierung und Parlament vereinbarten, dass das letzte einheimische AKW Ende 2022 vom Netz gehen muss.

Sieben Nuklear-Blöcke produzieren derzeit hierzulande noch Strom. Was dann kommt, sind die Nachwehen: Abbau, Verschrottung, Lagerung des strahlenden Mülls, Entschädigung der Konzerne. Außerdem dürfte es eine Herausforderung werden, gleichzeitig Kern- und Kohlekraftwerke stillzulegen und trotzdem die Stabilität der Stromversorgung zu garantieren. koha

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