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Ausreise folgt auf Revolution

Archivartikel

Der Volksaufstand in Tunesien ab Dezember 2010 war der Startschuss des Arabischen Frühlings. Nur, in dem nordafrikanischen Land allerdings hatte die Demokratiebewegung durchschlagenden Erfolg. Der autoritäre Herrscher Zine Ben Ali dankte ab. Seitdem ist Tunesien eine Demokratie mit neuer Verfassung.

Wegen allgemeiner Unzufriedenheit und hoher Arbeitslosigkeit ist die Zahl der Auswanderer aus dem nordafrikanischen Land 2017 wieder gestiegen – auf etwa 8000 Emigranten. Das sind knapp 0,1 Prozent der elf Millionen Einwohner. Die Regierung versucht, die illegale Emigration zu unterbinden – auch auf Verlangen der Bundesregierung. Deutschland betreibt Auslandsarbeitsämter und Beratungsstellen in Tunis, Casablanca (Marokko), Ghana, Albanien, Serbien und im Kosovo. Künftig sollen unter anderem Senegal und Nigeria folgen.

Technik geliefert

Als Reaktion auf die große Zuwanderung ab 2015 betreibt die Bundesregierung mehrere neue Initiativen, um Arbeitsplätze in Afrika zu schaffen und die Migration von dort zu verringern: Marshallplan mit Afrika, Pakt mit Afrika der G20-Gruppe. Ein Schwerpunkt ist Tunesien.

Deutschland liefert außerdem Sicherheitstechnik, vor kurzem Fingerabdruckscanner. Das soll der tunesischen Polizei die Identifikation von Flüchtlingen erleichtern. Die mit deutscher Unterstützung aufgebaute Radar-überwachung der Westgrenze nach Algerien soll verhindern, dass Migranten und islamistische Kämpfer nach Tunesien gelangen. hako

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