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Autokritikerplanen Proteste

Die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt wird zunehmend zum Klima-Tribunal über die Autoindustrie. Noch nie zuvor waren zu der am Donnerstag in Frankfurt beginnenden Automesse derart massive Proteste angekündigt wie in diesem Jahr. Im Zentrum der Kritik stehen nicht erst seit dem verheerenden Unfall von Berlin-Mitte die schweren Stadtgeländewagen. Sport Utility Vehicle (SUV) sagen die Befürworter, „Stadtpanzer“ oder „Klimakiller“ die Gegner.

„Zu groß, zu schwer, zu klimaschädlich“: Für Greenpeace steht außer Frage, dass SUVs im Widerspruch zum Pariser Klimaschutzabkommen stehen. „Auf der IAA werden Klimakiller gefeiert“, sagt Sprecherin Marion Tiemann. Sie verlangt eine schnelle Umkehr: „Wollen die Hersteller nicht Teil des Problems bleiben, müssen sie schleunigst auf kleine, leichte, geteilte E-Autos setzen und Mobilität als Dienstleistung begreifen.“

Verkaufsstopp verlangt

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat bisher versucht, mit den Kritikern ins Gespräch zu kommen. Einem Bürgerforum in Berlin folgt eine weitere Veranstaltung in Frankfurt während der IAA. Der VDA verweist auf die hohe Nachfrage der Kunden nach den SUV.

Die Unternehmen sollten statt Klimakillern und Rennlastern besser ein Feuerwerk alternativer Antriebe zeigen, verlangt Jürgen Resch, Chef des Vereins Deutsche Umwelthilfe (DUH).

Demonstration am Samstag

Mit dem Verkehrsclub VCD, dem Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club ADFC, Greenpeace und weiteren Organisationen ruft die DUH für Samstag zu einer Fahrrad-Sternfahrt mit anschließender Großdemonstration auf, zu der die Frankfurter Polizei rund 20 000 Menschen erwartet. Autogegner wie die unter Pseudonym auftretende Aktivistin Tina Velo jubilieren: „Die IAA wird mit Protesten belagert. Der jetzt geführte Diskurs ist der Beginn eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels.“ Velo vertritt das Bündnis „Sand im Getriebe“, das nach der Fahrrad-Demo mit Mitteln des „zivilen Ungehorsams“ die IAA blockieren will. dpa