Welt und Wissen

Benachteiligte Gruppen

In China leben rund 1,4 Milliarden Menschen. Neun von zehn sind Han-Chinesen. Daneben hat die kommunistische Regierung in Peking offiziell 55 ethnische Minderheiten anerkannt. Eine Auswahl:

Uiguren

Etwa zehn Millionen Uiguren leben in der Region Xinjiang. Das muslimische Volk ist mit den Türken verwandt und hängt dem sunnitischen Islam an. Uiguren leben oft in landwirtschaftlich geprägten Gegenden. Nach der Einverleibung ihres Gebiets, des ehemaligen Ost-Turkestan, durch China fühlen sich viele Uiguren kulturell, politisch und religiös benachteiligt.

Kasachen, Usbeken, Kirgisen

Die drei Turk-Völker vorrangig muslimischen Glaubens leben wie die Uiguren vor allem in der Region Xinjiang. Auch sie beklagen Unterdrückung. Dennoch haben unter anderem von den etwa 1,5 Millionen Kasachen in den vergangenen Jahren nur wenige Tausend China Richtung Kasachstan verlassen. In dem zentralasiatischen Land sind die Lebensbedingungen schlechter.

Mongolen

In China leben rund sechs Millionen Mongolen – vor allem in einer autonomen Region südlich der Republik Mongolei. Die meisten sind Buddhisten. In der Vergangenheit ein Nomadenvolk, werden Mongolen in China heute oft zur Sesshaftigkeit gezwungen. Sie müssen dem Abbau der Bodenschätze in ihrer Region weichen. Peking reagiert nach Berichten von Menschenrechtlern oft gewalttätig auf Proteste.

Tibeter

Es gibt etwa fünf bis sieben Millionen Tibeter in China. Die miteinander verwandten Gruppen haben sprachliche und kulturelle Gemeinsamkeiten. Die meisten sind Buddhisten und leben in der autonomen Region Tibet im Hochland des Himalaya. Der völkerrechtliche Status des Gebiets ist umstritten, die tibetische Regierung mit dem Dalai Lama lebt im indischen Exil. Chinas Führung unterdrückt Unabhängigkeitsbestrebungen. dpa