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Bisher 200 Rückführungen

Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, kurz Bamf, sind im ersten Halbjahr dieses Jahres 5247 Asylanträge von Menschen aus Afghanistan eingegangen. Seit Jahresbeginn sind aus Deutschland über 200 Männer nach Afghanistan abgeschoben worden. Zwei von ihnen wurden wieder zurückgeholt – Stand Ende Juli. Der erste war ein Straftäter, dessen Aufnahme die afghanischen Behörden ablehnten, weil sie seine Identität nicht für zweifelsfrei geklärt hielten. Außerdem hielten sie seinen Gesundheitszustand für nicht stabil. Er wurde in Deutschland, so das Innenministerium, noch einmal zum Arzt gebracht und wenige Wochen später erneut nach Kabul geflogen.

Im zweiten Fall gab der Betroffene nach der Landung an, iranischer Staatsbürger zu sein. Die Bundespolizei brachte ihn erst einmal zurück nach Deutschland. Im Juli 2018 hat ein aus Hamburg abgeschobener Straftäter kurz nach seiner Rückkehr in Kabul Suizid begangen.

Die sogenannte bereinigte Schutzquote lag für Asylsuchende aus dem Land bei 63,6 Prozent. Bei dieser bereinigten Quote werden nur inhaltliche Entscheidungen ausgewertet. Entscheidungen aus formalen Gründen – etwa weil ein anderes EU-Land zuständig ist – bleiben ausgeklammert. Die sogenannte Gesamtschutzquote, die alle Entscheidungen für Afghanen umfasst, liegt bei knapp 40 Prozent. dpa

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