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Briten würden Opposition wählen

Die Briten müssen sich darauf vorbereiten, mitten im Brexit-Streit an der Europawahl teilzunehmen – aber wie würden sie abstimmen? Eine neue Umfrage im Auftrag der Denkfabrik Open Europe sieht die oppositionelle Labour-Partei mit Abstand vorn.

Die britischen Sozialdemokraten dürfen demnach auf 37,8 Prozent hoffen, während die konservativen Tories von Premierministerin Theresa May nur bei 23 Prozent liegen. Die neue Brexit-Partei des EU-Abgeordneten Nigel Farage liegt mit 10,3 Prozent auf Platz drei, gefolgt von den Liberaldemokraten (8,1 Prozent) und der EU-feindlichen Ukip (7,5 Prozent). Die öffentliche Meinung könne sich aber schnell ändern, schrieb Open-Europe-Direktor Henry Newman.

Wenn die Briten nicht bis 22. Mai aus der EU austreten, sind sie verpflichtet, an der Neuwahl des EU-Parlaments vom 23. bis zum 26. Mai teilzunehmen. Sie würden dann Abgeordnete schicken, von denen viele schnellstmöglich die Union verlassen wollen, aber trotzdem über die Zukunft der EU mitbestimmen könnten. 2014 wurde die Ukip mit knapp 27 Prozent stärkste Kraft.

Die Vorbereitungen für die Wahl laufen: Die britische Regierung hat den 23. Mai als Datum festgelegt, in Großbritannien wird immer donnerstags gewählt. Die Parteien rekrutieren bereits Kandidaten, über den üblichen politischen Streit hinaus gibt es aber noch keine sichtbaren Zeichen von Wahlkampf. Erklärtes Ziel von May bleibt aber der rechtzeitige EU-Austritt. dpa