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Das Geschäft mit den Spielen

IOC-Chef Thomas Bach lächelte auf der Pressekonferenz kurz vor dem Start der Olympischen Spiele 2018 von Pyeongchang zufrieden: „Die Organisatoren der Winterspiele haben ein ausbalanciertes Budget in Höhe von 2,4 Milliarden Dollar. Das ist eine große Leistung, schließlich standen die Spiele beinah während des kompletten vergangenen Jahres wegen der politischen Spannungen infrage.“ Dass am Ende eine schwarze Null stehen wird, ist jedoch vor allem dem IOC zu verdanken. Der Zuschuss für die Winterspiele 2018 betrug geschätzt stolze 880 Millionen US-Dollar.

Wie viel Geld nimmt das IOC ein?

Die TV-Verträge und 13 Top-Sponsoren sorgen für einen wahren Geldregen. Im Zeitraum von 2013 bis 2016 nahmen die Herren der Ringe insgesamt 5,7 Milliarden US-Dollar ein. Über 70 Prozent, also um die vier Milliarden Dollar, gab es für den Verkauf der TV-Verträge. Etwa eine Milliarde US-Dollar brachten Sponsoren. Und die Einnahmen werden in der laufenden Olympia-Periode von 2017 bis 2020 sicher weiter steigen.

Was kosten die TV-Rechte?

Der TV-Gigant Discovery ließ sich mit seinem Sender Eurosport die Olympia-Exklusivrechte für alle europäischen Länder bis Russland, Frankreich und Großbritannien für die Zeit von 2018 bis 2024 stolze 1,5 Milliarden US-Dollar plus X kosten. Die US-Rechte von 2021 bis 2032 wurden sogar für 7,56 Milliarden US-Dollar verhökert. Über fünf Milliarden Menschen haben bei den Olympischen Spielen von Pyeongchang weltweit Zugriff auf die TV-Übertragungen. 450 Kameras werden über 5000 Stunden Übertragungszeit liefern.

Wer sind die Top-Sponsoren?

Die Sponsoren der Olympischen Spiele sind dabei nicht groß im Bild, trotzdem sind die Plätze als Partner des IOC begehrt. 13 multinationale Riesenunternehmen hat das IOC bei Olympia 2018 als Topsponsor unter Vertrag, das sind zwei mehr als bei den Olympischen Spielen 2016 von Rio. Der chinesische E-Commerce-Gigant Alibaba, der einen Vertrag mit dem IOC bis 2028 abgeschlossen hat, und Chiphersteller Intel sind neu im Boot. Dazu kommen Coca-Cola, Visa, Bridgestone, Samsung, Panasonic, Omega, Procter & Gamble (P&G), Toyota, General Electric (GE), Dow und Atos. Je nach Vertragsabschluss dürften sie für den Zeitraum einer Olympiade geschätzt über 100 Millionen US-Dollar an das IOC blechen.

Daneben gibt es sogenannte offizielle Partner. Wer gehört dazu?

Als offizielle Partner auf nationaler Ebene in Südkorea dürfen sich McDonalds – zuvor nach 41 Jahren aus der höchsten Sponsoren-Kategorie des IOC ausgestiegen –, The North Face, Korean Air, Hyundai, Kia, KT Corporation, Posco und Kepco bezeichnen. Weitere Millionen-Einnahmen realisiert das Organisationskomitee aus dem Verkauf von über 1500 Merchandising-Produkten. Dazu spült ein Briefmarken- und Münzprogramm Geld in die Kassen. lbe