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Das Land will sich öffnen

Archivartikel

„Ein hoch spannendes, aber bislang komplett abgeschottetes Land“ – das ist Turkmenistan nach den Worten von Alfried Wieczorek, dem Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen. Es handelt sich um die südlichste der ehemaligen Sowjetrepubliken in Zentralasien und ist erst seit dem 22. Oktober 1991 unabhängig. Das 5,7 Millionen Einwohner zählende Land grenzt im Norden an Kasachstan und Usbekistan, im Süden an Afghanistan und den Iran. Es gilt als streng autoritäre Präsidialdiktatur.

80 Prozent der Fläche sind von Wüste bedeckt. Aber es gibt viele Bodenschätze – Öl, Gas und „Seltene Erden“ genannte Metalle, die für die Herstellung von elektronischen Bauteilen wichtig sind. „Für uns also hoch interessant“, so Wieczorek. Zwar ist es ein islamischer Staat, aber er wolle sich gegen die radikalen Salafisten abgrenzen und öffnen, erläutert Wieczorek: „Und Kultur soll ihnen bei dieser Öffnung helfen.“

Kosten getragen

Daher unterstützten das Auswärtige Amt und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt die Ausstellung. Die Initiative dazu sei vom Kulturministerium Turkmenistan ausgegangen. Es trägt auch die Kosten für Transport und Versicherung.

Erster Adressat war das Archäologische Museum Hamburg, das für mehrere Ausgrabungen verantwortlich zeichnete. Es holte Experten für die Altersbestimmung vom Mannheimer Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie ins Boot. In Hamburg und auf der Berliner Museumsinsel waren die Exponate zunächst zu sehen – stets betreut von einem Vertreter aus Turkmenistan, der ständig vor Ort ist und immer wieder kontrolliert. Mannheim ist die letzte Station der Exponate. „Sie haben vorher noch nie Turkmenistan verlassen. Jetzt ist die letzte Gelegenheit, die einzigartigen Schätze in Europa zu bestaunen, dann gehen sie zurück“, so Alfried Wieczorek. 

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