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Der ewig gescheiterte Staat

Somalia gilt als Afrikas ewiger „failed state“ (gescheiterter Staat). Schon seit Jahrzehnten kommt das Land am Horn von Afrika wegen des andauernden Konflikts und einer Hungerkrise nicht zur Ruhe. Die islamistische Terrorgruppe Al-Shabaab kämpft seit Jahren um die Vorherrschaft in dem Staat. Sie wurde auch für den tödlichsten Angriff in Somalias jüngster Geschichte verantwortlich gemacht, bei dem im Oktober mehr als 300 Menschen umgebracht wurden. Die USA flogen verstärkt Luftangriffe gegen Al-Shabaab – und griffen auch zum ersten Mal Kämpfer des Islamischen Staats (IS) in Somalia an.

Bis in die 1960er Jahre war Somalia Kolonialgebiet der Briten und Italiener. Der Name ist vom Volk der Somali abgeleitet. Es stellt auch aktuell die Mehrheit der Bevölkerung von mehr als zwölf Millionen Menschen. 2012 wurde nach Jahrzehnten zum ersten Mal wieder eine gemeinsame somalische Zentralregierung gewählt. Das gelang aber nur wegen der zeitweisen Erfolge gegen die radikal-islamistischen Milizen. Die Bevölkerung leidet dagegen unter anderem an Hunger, weil sich die Wüste immer weiter ausbreitet. Das wird durch Abholzung und intensive Weidewirtschaft begünstigt. red