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Protest 16-Jährige besucht viele Stationen in Europa, bevor sie nach Übersee aufbricht / Heimatliche Demonstrationen sollen auch ohne sie weitergehen

„Der Schulstreik ist absolut nicht abgeschlossen“

Stockholm.Vor ihrer Reise per Hochseejacht über den Atlantik hat Greta Thunberg Anfang des Monats ihrer schwedischen Heimat bis auf Weiteres den Rücken gekehrt. Die 16 Jahre alte Klimaaktivistin startete in Stockholm ihre Tour, die sie im Laufe der kommenden Monate in die USA und nach Chile bringen soll.

„Im Morgenzug nach New York und Santiago de Chile...“, schrieb die junge Schwedin zu einem Bild von sich vor einem schwedischen Zug auf Twitter, Facebook und Instagram. Bevor sie nach Übersee übersetzt, reiste Thunberg zunächst nach Lausanne in die Schweiz. Dort haben sich in der vergangenen Woche junge Klimaaktivisten aus Dutzenden Ländern zu einer internationalen Konferenz der Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ (Freitage für die Zukunft) getroffen.

Symbolträchtiger Ort

Am vergangenen Wochenende besuchte die 16-Jährige den Braunkohletagebau Hambach und den angrenzenden Hambacher Forst – wohl der symbolträchtigste Ort der deutschen Klimabewegung. „Es war so gewaltig, so verheerend und es macht mich irgendwie traurig“, sagte sie. „Wir müssen sofort handeln, uns bleibt keine Zeit. Die Sprache ist ja, was die Zeit-Achse anbelangt, radikal. Da wird nicht taktiert, überlegt und differenziert – wie das viele andere tun aus einer bestimmten Interessenlage heraus.“

Der Besuch wurde relativ geheim gehalten – wegen der vielen Anfeindungen und auch Drohungen, die es gegen Greta gegeben habe, sagte die Sprecherin des Bündnisses Ende Gelände, Kathrin Henneberger. In einer von Ende Gelände verschickten Pressemitteilung riefen das Bündnis und Greta Thunberg zur Teilnahme an einem globalen Streiktag fürs Klima im September auf.

Thunberg hatte sich zuvor in sozialen Netzwerken von Schweden und ihrem Protestort vor dem Reichstag in Stockholm verabschiedet. „Schulstreik Woche 50. Dies ist der letzte Tag für mich in Schweden für eine sehr lange Zeit“, twitterte sie. Später stellte sie klar, dass der freitägliche Klimaprotest in der schwedischen Hauptstadt auch ohne sie weitergehen werde. „Nur damit ihr’s wisst: Der Schulstreik ist absolut nicht ,abgeschlossen’, weder für mich noch für all die anderen, die jeden Freitag streiken.“

Sie setze ihren Protest auf ihre Weise fort, während die Aktionen in Stockholm ebenfalls fortgeführt würden. Zu den wichtigsten Stationen Thunbergs in Übersee gehören der Klimagipfel der Vereinten Nationen am 23. September in New York und die jährliche UN-Klimakonferenz in Chile im Dezember. dpa