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Migration Eine neue Migrationskrise erschüttert nicht Europa, sondern Amerika

Der Traum wird zum Fiasko

Archivartikel

Eine neue Migrationskrise erschüttert nicht Europa, sondern Amerika. Jedes Jahr fliehen Hunderttausende Menschen vor Gewalt und Armut aus Guatemala, Honduras und El Salvador. Mittelamerika gilt als eine der gewalttätigsten Regionen der Welt. Mächtige Jugendbanden kontrollieren Stadtviertel und sind in Schutzgelderpressung und Drogenhandel verwickelt. Die erbitterten Revierkämpfe machen ein normales Leben teilweise unmöglich.

Viele Familien machen sich daher aus Angst um ihre Kinder auf den beschwerlichen Weg in die USA. In den von den Gangs kontrollierten Vierteln werden Jugendliche häufig von den Banden zwangsrekrutiert. Laut einer Untersuchung des Norwegischen Flüchtlingsrats (NCR) gehen viele Kinder in den betroffenen Regionen nicht zur Schule, weil sie dafür die Grenze zwischen den Einflussgebieten verfeindeter Gangs überqueren müssten. Zudem müssen die Familien eine sogenannte Kriegssteuer zahlen. Deshalb fehlt ihnen häufig das Geld für Schuluniformen, Bücher und Lernmaterial. „Die Zukunft einer Generation ist in Gefahr“, sagt Christian Visnes vom NCR.

Plan gegen Perspektivlosigkeit

Hinzu kommen Armut und Perspektivlosigkeit. Fast 60 Prozent der Menschen in Guatemala leben nach Angaben der Weltbank unter der Armutsgrenze, in Honduras sind es über 60 Prozent, in El Salvador rund 30 Prozent. Traditionell werden die Länder von einer kleinen Elite beherrscht, Korruption ist weit verbreitet.

Um Fluchtursachen zu bekämpfen, haben Mexiko und die mittelamerikanischen Staaten einen Entwicklungsplan angeschoben. Sie hoffen auf Unterstützung der USA und Europas.

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