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Deutschland zahlt weiter

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hält trotz der zunehmenden Abholzung des brasilianischen Regenwalds vorerst am internationalen Amazonasfonds fest. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte angekündigt, eigene Klimaschutz-Fördermittel ihres Hauses zunächst auf Eis zu legen. Zugleich hatte sie die Frage aufgeworfen, ob man mit dem Fonds zum Schutz des Regenwalds weitermachen könne wie bisher. Deutschland ist mit 55 Millionen Euro an dem internationalen Fonds beteiligt.

Müller sagte, bei seinem Besuch in Brasilien im vergangenen Monat hätten sich „Indigene, Umweltgruppen und Regierungsvertreter“ für eine Fortsetzung der „wichtigen und erfolgreichen Zusammenarbeit“ mit dem Fonds ausgesprochen.

Einigkeit angemahnt

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hatte gesagt, sein Land brauche das Geld aus Deutschland zum Schutz des Regenwalds nicht. Er will keine weiteren Schutzgebiete ausweisen und stattdessen mehr Rodungen zulassen. Klimaschützer sind alarmiert.

Schulze habe mit ihrer Entscheidung „ein erstes Signal gesetzt“, sagte ein Ministeriumssprecher. Kräfte, die sich für den Erhalt des Amazonas einsetzten, müssten unterstützt werden. Ein Sprecher Müllers sagte, man warte auf Vorschläge aus Brasilien zur Weiterentwicklung des Fonds. Der Naturschutzfonds WWF forderte ein gemeinsames Vorgehen der Bundesregierung. dpa