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Die Demografie setzt den Trend

Etwa 61,5 Millionen Deutschen dürfen am 24. September nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamts wählen. 31,7 Millionen davon sind Frauen, 29,8 Millionen Männer. Die Zahl der Wahlberechtigten ist etwas geringer als bei der vergangenen Bundestagswahl 2013. Damals waren es 61,9 Millionen. Erstmals ihre Stimme abgeben dürfen in anderthalb Wochen rund drei Millionen Wähler, die seit 2013 volljährig wurden. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Wahlberechtigten beträgt 4,8 Prozent. Insgesamt gibt es bei der Altersstruktur der Wähler wegen der demografischen Entwicklung eine Schieflage: Rund 15 Prozent sind 30 Jahre oder jünger. Bei den Deutschen über 70 Jahre - 12,7 Millionen - sind es 20,7 Prozent.

Dies spiegelt sich auch im Vergleich der vergangenen zwei Bundestagswahlen wider. 2013 sank die Zahl der Wahlberechtigten in der jüngsten Altersgruppe der unter 21-Jährigen gegenüber 2009 um 15,3 Prozent. Bei den 70-Jährigen und Älteren stieg die Zahl dagegen um 9,2 Prozent.

Warnung an Politik

Der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski hat vor diesem Hintergrund der Politik Einseitigkeit vorgeworfen. "Die Minderheit Jugend hat keine Lobby in der Politik, weil man mit ihr auch keine Wahlen gewinnen kann" , sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das TV-Duell Merkel/Schulz habe gezeigt, dass Minderheitenthemen wie Jugend, Zukunft und Generationengerechtigkeit in der Politik ausgeblendet würden, weshalb sich die junge Generation zu Recht ausgegrenzt fühlen müsse, kritisierte er.

Der Erziehungswissenschaftler warnt deshalb vor einer sinkenden Wahlbeteiligung bei den Jungwählern, um die die Parteien auch in den sozialen Netzwerken kämpfen. Bei der Gruppe der unter 21-Jährigen lag die Wahlbeteiligung 2013 bei 64,2 Prozent (insgesamt: 72,4). Am niedrigsten (64,2) war sie bei den 21- bis 24-Jährigen. Den höchsten Wert erzielten die Wähler zwischen 60 und 69 (79,8). Bei den Älteren sank sie wieder auf 74,8 Prozent. Der Grund dafür ist, dass die Frauen in dieser Gruppe weniger zur Wahl gingen. (was)

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