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Die ersten Genossen melden sich

Nach dem Beginn der Bewerbungsfrist sind bei der SPD die ersten Kandidaturen für die Nachfolge der zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles eingegangen. Europa-Staatsminister Michael Roth aus Hessen und die ehemalige NRW-Familienministerin Christina Kampmann wollen als Doppelspitze antreten.

Giffey gilt als Favoritin

Die offiziellen Voraussetzungen erfüllten sie aber zunächst nicht. Bewerber müssen von fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband nominiert werden. In der Partei geht man davon aus, dass die beiden genügend Unterstützer finden.

Bis zum 1. September haben Interessenten Zeit für eine Bewerbung. Dabei hat der Parteivorstand ausdrücklich Teams zur Kandidatur ermutigt – auf dem Wahlparteitag im Dezember soll die Möglichkeit einer Doppelspitze in die Satzung der SPD aufgenommen werden. Mindestens eine Frau muss dabei sein. Die Bewerbungsfrist läuft im August ab.

Als mögliche Anwärter für das Amt gelten unter anderem Familienministerin Franziska Giffey und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Eine Bewerbung nicht ausgeschlossen haben der nordrhein-westfälische SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty und die ehemalige Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin, Gesine Schwan. Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius sagte, unter bestimmten Bedingungen werde er über eine Kandidatur nachdenken. Gehandelt wird auch der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert.

Mehrere SPD-Spitzenpolitiker haben klargemacht, dass sie nicht zur Verfügung stehen – darunter alle drei kommissarischen Parteichefs, die Ministerpräsidentinnen von Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz, Manuela Schwesig und Malu Dreyer, sowie der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel.

438 000 stimmen ab

Die Bewerber sollen sich ab September auf Regionalkonferenzen vorstellen. Danach sollen die 438 000 SPD-Mitglieder per Brief oder online über sie abstimmen. Das Ergebnis soll am 26. Oktober feststehen. Sollte kein Team oder Einzelbewerber mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommen, soll es einen zweiten Mitgliederentscheid als Stichwahl geben. Den Gewinner will der Vorstand beim Parteitag im Dezember zur Wahl vorschlagen. 

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