Welt und Wissen

Drei Schüsse erschüttern viele

Archivartikel

Am 5. Juni 1968 bricht für Millionen Amerikaner eine Welt zusammen: Robert Kennedy (Bild) wird von drei Kugeln getroffen. Einen Tag später stirbt er. Die Tat des Palästinensers Sirhan Bishara Sirhan, der den 42-Jährigen wegen dessen israelfreundlicher Haltung hasste, schockiert weltweit. Sie zerstört die Hoffnung auf einen US-Präsidenten, der den Vietnamkrieg beendet, gegen Armut kämpft und für Minderheiten eintritt.

Tod nach Etappensieg

Robert Francis Kennedy wird am 20. Dezember 1925 in Brookline (Massachusetts) geboren. Er ist das siebte Kind und der zweite Sohn des Bankiers Joseph P. Kennedy. Nach dem Abschluss der High School meldet er sich freiwillig im Zweiten Weltkrieg. Hier dient er bis Kriegsende 1945. Als er in die USA zurückkehrt, studiert er bis 1951 Rechtswissenschaften. Danach wird er im US-Justizministerium tätig.

Ab 1960 verantwortet der Jurist den Wahlkampf seines Bruders John F. Kennedy. 1961 wird dieser zum 35. Präsidenten der USA vereidigt und Robert zum Justizminister berufen. Nach der Ermordung von John legt er 1964 das Amt nieder und wird zum Senator des Staates New York gewählt. „Bobby“, so nennen ihn seine Anhänger, will nun den demokratischen Präsidenten Lyndon B. Johnson beerben. Innerhalb von zwei Monaten gewinnt er fünf von sechs Vorwahlen, die letzte davon am 4. Juni in Kalifornien.

Als der Etappensieg kurz vor Mitternacht feststeht, spricht der Senator im Ambassador-Hotel von Los Angeles zu einer jubelnden Menge. Als er sich verabschiedet und das Hotel durch den Küchenausgang verlässt, wartet dort sein Mörder. red (Bild: dpa)

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