Welt und Wissen

Dreißigjähriger Krieg

1618 - 1648

Mit dem Prager Fenstersturz (Bild) am 23. Mai wird gemeinhin der Beginn des Dreißigjährigen Kriegs (1618-48) verbunden. Bei diesem blutrünstigen Kapitel europäischer Geschichte handelt es sich um einen der längsten Konflikte, die den alten Kontinent je heimgesucht haben. In dieser Auseinandersetzung bündelten sich Großmachtinteressen, konfessionelle Gegensätze und Autonomiebestrebungen – und verhinderten so auf lange Zeit eine Lösung. Blühende Städte in Deutschland wurden zerstört, Landschaften verheert. Erst als alle Akteure erschöpft und finanziell aufs Äußerste belastet waren, wurde ein Ende möglich. Der „Westfälische Friede“ von Münster und Osnabrück im Jahr 1648 konnte – jedenfalls für einen Moment – die Interessen aller beteiligten Akteure in ein Gleichgewicht bringen und ein System kollektiver Sicherheit herstellen. Das hat unter anderem dazu geführt, dass Analogien zur aktuellen Lage in Syrien gezogen wurden – so könnte in Nahost ein Friedensprozess verlaufen. Noch aber ist da der Wunsch Vater des Gedankens.

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