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Enorme Lücke in China

Archivartikel

Die „eiserne Reisschale“ ist zerbrochen – dafür herrscht in China jetzt ein Flickenteppich von Rentenlösungen. Unter Mao Zedong waren alle Bürger in Staatsbetrieben beschäftigt, die lebenslang für ihre Schützlinge sorgen sollten. Das System überlebte jedoch den Schub an Privatisierungen in den 1990er Jahren nicht. Die Regierung hat daraufhin ein System mit drei Säulen eingeführt. Es besteht aus einem staatlichen Umlagesystem plus Betriebsrenten und Anreizen zu privater Vorsorge. Da die Umsetzung jedoch Sache der Provinzen ist, existieren zahlreiche sehr unterschiedliche Umsetzungen – und viele regionale Rentenkassen.

Infolge der Ein-Kind-Politik seit 1980 funktioniert das jedoch nicht: Ein Drittel der Bevölkerung wird im Jahr 2050 über 60 Jahre alt sein. Die Lücke zwischen den Ansprüchen künftiger Generationen und der Zahlungskraft der arbeitenden Bevölkerung ist enorm. Doch der Staat wird die Alten vermutlich nicht hängenlassen. Die kommunistische Regierung kann sich Unzufriedenheit nicht leisten – und wird notfalls umverteilen, um zumindest ein Minimum an Rente anzubieten. fmk