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Migration Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Sicherheitspolitik der Vereinigten Staaten / Vorwürfe aber auch an die Regierung in Mexiko-City

Es fehlt an Wasser und ausreichend Lebensmitteln

Archivartikel

Nach der Veröffentlichung eines Fotos der leblosen Körper eines kleinen Kindes und seines Vaters an der Grenze zwischen Mexiko und den USA machen Menschenrechtsorganisationen die US-Regierung für die Tragödie verantwortlich. „Diese Todesfälle sind das Resultat der Politik der Trump-Regierung, die Familien das legale Recht nimmt, Asyl zu suchen, und sie in verzweifelte Umstände zwingt“, twitterte Amnesty International. Die Organisation bezog sich dabei auch auf frühere Todesfälle von Migranten an der Grenze. Erst am vergangenen Sonntag hatten US-Grenzpolizisten nahe des Grenzflusses Rio Grande die Leichen von drei Kindern und einer Frau entdeckt. Das Schicksal der jungen Familie auf dem Foto gehe auf eine unmenschliche Grenzpolitik zurück, teilte auch die Organisation Refugees International mit, die sich für Flüchtlinge einsetzt.

Aber auch das Vorgehen Mexikos gegen Migranten auf dem Weg in die USA geriet in den Fokus. Die mexikanische Zeitung „El Universal“ veröffentlichte ein Video einer Frau in einem Auffanglager nahe der Grenze zu Guatemala, die nach eigenen Angaben aus Haiti stammt und weinend um Hilfe für sich und ihr kleines Kind bittet. Es gebe kein Trinkwasser und zu wenig zu essen, sagt sie auf dem Boden liegend, durch einen Spalt unter dem Tor des Lagers. Ihr 14 Monate alter Sohn sei seit einigen Tagen krank. „Hilfe“ und „Gerechtigkeit“, ruft die junge Frau immer wieder.

Nachdem Trump mit Strafzöllen auf alle Importe aus Mexiko gedroht hatte, setzte das lateinamerikanische Nachbarland inzwischen knapp 15 000 Soldaten an der gemeinsamen Grenze ein, um die illegale Migration in die USA zu verhindern.

El Salvador reagiert

An Mexikos südlicher Grenze zu Guatemala sind seit Kurzem rund 6500 Angehörige der mexikanischen Armee und der Nationalgarde im Einsatz. Die Regierung des mittelamerikanischen Staates El Salvador will nun die Familie des mit seiner Tochter tödlich verunglückten Vaters finanziell unterstützen. Er habe entsprechende Anweisungen gegeben, twitterte der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele.

„Diese Tragödie muss uns eine Mahnung sein, dass wir ein Land aufbauen müssen, in dem Auswandern eine Option und nicht ein Zwang ist“, fügte der Präsident El Salvadors hinzu.

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