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Fakten zum Bundesland

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Brandenburg hat rund 2,5 Millionen Einwohner, davon sind etwa 2,1 Millionen Männer und Frauen wahlberechtigt. Rund 100 000 junge Menschen dürfen zum ersten Mal bei einer Landtagswahl ihre Kreuze machen, davon sind 51 000 im Alter von 16 bis unter 18. Es treten 11 Parteien an. Auf den Landeslisten stehen die Namen von 416 Bewerbern. In 3835 Wahlbezirken gibt es 335 Direktkandidaten.

Wahlrecht

Die Wähler können zwei Kreuze machen. Mit der Erststimme oder Wahlkreisstimme wählen sie einen Direktkandidaten in ihrem Wahlkreis, mit der Zweitstimme oder Landesstimme eine Partei. Die Zweitstimme ist entscheidend für die Zusammensetzung des neuen Landtags und für die Kräfteverhältnisse. Wahlberechtigt sind alle Brandenburger Bürger, wenn sie das 16. Lebensjahr vollendet haben.

Parlament

Dem Landeswahlgesetz zufolge gehören dem Landtag in der Regel 88 Abgeordnete an. Erringt eine Partei mehr Direktmandate in den 44 Wahlkreisen, als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis zustehen würden, kommt es zu Überhang- und Ausgleichsmandaten.

Umfragen

SPD und CDU sowie die Linke mussten in den jüngsten Umfragen herbe Verluste hinnehmen. Grüne und AfD hingegen konnten hinzugewinnen. Dem jüngsten ZDF-Politbarometer zufolge erreicht die SPD 22 Prozent, liefert sich aber weiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der AfD (21). Dahinter folgen die CDU mit 16,5 Prozent, die Grünen mit 14,5 Prozent, die Linke (14), die FDP mit 5 und die Freien Wähler mit 4 Prozent. 39 Prozent der Brandenburger haben der Erhebung zufolge allerdings noch gar nicht entschieden, ob sie am Sonntag zur Wahl gehen oder wen sie wählen wollen.

Optionen

Die Regierungsbildung dürfte schwieriger werden als bei der vorangegangenen Wahl. Falls die AfD stärkste Kraft wird, würde wohl keine andere Partei mit ihr koalieren wollen. Spekuliert wird unter anderem über ein rot-grün-rotes Bündnis. CDU Spitzenkandidat Ingo Senftleben will nach der Wahl mit allen Parteien reden, schließt eine Koalition mit der AfD aber aus. Er kann sich gut vorstellen, mit den Grünen in einer Regierung zusammenzuarbeiten. Ein Bündnis mit der Linken schließt er nicht aus.

Rechtsextreme Demonstration

AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz hat unterdessen seine Teilnahme an einer rechtsextremen Demonstration in Athen im Jahr 2007 eingeräumt. Der Marsch wurde demnach von der griechischen „Patriotischen Allianz“ organisiert. Im Jahr 2007 nahm Kalbitz auch an einem Pfingstcamp der rechtsextremen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) teil. dpa