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Sommer So gehen die Menschen in anderen Ländern mit hohen Temperaturen um / Paris bietet besonderen Service für Ältere

Hüte, Joghurt – und Duschen auf dem Bürgersteig

Archivartikel

Ein paar Tage am Stück Sommerhitze – und schon stöhnen viele Menschen in Deutschland. Doch was sollen da Bewohner von Weltregionen sagen, in denen Hitzeperioden länger und auch heftiger ausfallen?

Irak: Temperaturen jenseits der 40 Grad gehören im Sommer zum Alltag. Händler stellen deshalb auf Bürgersteigen Duschen auf, unter denen sich die Iraker die Köpfe mit Wasser abbrausen können. Handtücher liegen auch bereit.

Indien: In vielen Teilen des Subkontinents sind Temperaturen unter 50 Grad keine Seltenheit. Inder schlafen dann oft im Freien. Beliebt sind Lokale, die kaltes Wasser durch Ventilatoren sprühen.

USA: In New York sollen an Hy-dranten nur Feuerwehrleute Hand anlegen. An heißen Tagen werden sie unerlaubt aber auch von Anwohnern und Kindern geöffnet.

Italien: Ferien machen – am Meer oder in den Bergen. Mittags ziehen sich die Menschen meist in die Häuser zurück.

Mexiko: Hüte – sie werden in dem lateinamerikanischen Land an jeder zweiten Straßenecke verkauft. In Mexiko-Stadt sind sie besonders wichtig. Da die Stadt auf 2250 Metern Höhe liegt, ist die Sonne dort besonders intensiv.

Japan: In Drogerien und Kaufhäusern werden die verschiedensten Produkte zum Schutz vor der Hitze angeboten. Die Bandbreite reicht von kühlenden Feuchttüchern und Fächern über weiche Kühlkissen für den Nacken bis hin zu moderner Kleidung mit Faserstoffen, die für einen kühlenden Effekt sorgen. Japans Polizei führte eine Weste für Streifenbeamte ein, die aus luftdurchlässigem Material besteht und mit Taschen unter den Ärmeln und auf dem Rücken für Kühlaggregate versehen ist.

Frankreich: Einheimische und Touristen können sich per Smartphone über kühle Orte in Paris informieren. Die App „Extrema Paris“ zeigt laut Betreiberangaben kühle öffentliche Einrichtungen. Nachmittags werden gekühlte Räume in 32 Rathäusern und öffentlichen Einrichtungen freigegeben. Für Ältere hat Paris übrigens einen besonderen Service: Diese können sich für die Sommermonate bei der Stadt registrieren – dann rufen Beauftragte der Stadt bei Hitze regelmäßig bei ihnen an, um sich über ihr Wohlbefinden zu erkundigen.

Spanien: Die Siesta ist sprichwörtlich. Büros machen längere Pausen, die meisten Läden haben geschlossen. Während der Siesta halten inzwischen allerdings die wenigsten Spanier ein Nickerchen. Man geht ins Schwimmbad oder isst mit Familie oder Kollegen länger zu Mittag.

Thailand: Hemd über der Hose und Flip-Flops sind völlig normal. Über Schweißflecken sieht man hinweg. Und: langsamer bewegen.

Bulgarien: Die Menschen dort erfrischen sich mit heimischem Joghurt. Zum Frühstück, zwischendurch oder am Abend will kaum jemand auf die „kisselo mljako“ (saure Milch) mit dem einzigartigen bulgarischen Ur-Bakterienstamm Lactobacillus bulgaricus verzichten. Ebenso nicht auf Ayran aus Joghurt, Wasser und Salz. Dieses aus Vorderasien stammende Erfrischungsgetränk soll zudem den hohen Blutdruck senken. Beliebt als Vorspeise an heißen Sommertagen ist auch die kalte Gurkensuppe „tarator“, die mit Joghurt, Dill, Knoblauch, Olivenöl und Walnüssen zubereitet wird. dpa