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Hunderte Familien protestieren

Archivartikel

In Mexiko haben anlässlich des Muttertags rund 500 Mütter, Väter und Familienangehörige von Vermissten demonstriert. Im Zentrum von Mexiko-Stadt hielten sie am Mittwoch (Ortszeit) Bilder ihrer verschwundenen Familienmitglieder in die Höhe und riefen die Regierung auf, die Fälle aufzuklären. „Kind, höre mich! Deine Mutter kämpft für dich!“ riefen die Demonstranten; in Mexiko wird der Muttertag am 10. Mai gefeiert. Nach Angaben von Amnesty International gelten in dem mittelamerikanischen Land derzeit etwa 35 000 Menschen als vermisst.

Von vielen Opfern wurde bisher kaum Notiz genommen, die Aufklärungsrate der mutmaßlichen Verbrechen in dem zentralamerikanischen Land ist gering. Für das bisher größte Aufsehen sorgte ein Fall im September 2014: Polizisten hatten in Iguala 43 Studenten verschleppt und dem Syndikat „Guerreros Unidos“ übergeben. Bislang wurden nur die Überreste eines Opfers identifiziert – die Ermittler gehen jedoch von keinen weiteren Überlebenden aus.

Zuletzt sorgte der Mord an drei Filmstudenten für einen Aufschrei im Land. Mitglieder des Drogenkartells „Jalisco Nueva Generación“ verschleppten die drei jungen Männer auf der Rückkehr von den Dreharbeiten, folterten und töteten sie. Ihre Körper lösten die Verbrecher danach in Säure auf. Am Mittwoch wurde nach Angaben von Regierungssekretär Alfonso Navarrete ein weiterer Verdächtiger in dem Fall festgenommen. dpa

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