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IHK: „Chancen wie Risiken“

Archivartikel

Das Projekt „Neue Seidenstraße“ und der damit verbundene Handel mit China bieten aus Sicht der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar (IHK) „Chancen wie Risiken“ – so formuliert es Hanna Sophie Schmidt, die zuständige Bereichsleiterin „Märkte International“. Klar ist für sie: „China ist und bleibt für hiesige Unternehmen einer der wichtigsten Absatz- und Investitionsmärkte weltweit.“ Die Eisenbahnverbindung zwischen der Metropolregion Rhein-Neckar und Städten in China bewertet Schmidt als „Alternative zum See- und Luftweg“.

China allerdings sucht vor allem auch Absatzmärkte für die eigenen Produkte, Experten weisen zudem immer wieder darauf hin, dass in Peking ein autoritäres Regime herrsche, das über die Wirtschaft seinen politischen Einfluss ausbauen wolle. IHK-Vertreterin Schmidt sieht die mögliche Gefahr, dass an der neuen Seidenstraße liegende Länder in eine „einseitige Abhängigkeit von China“ geraten. Hier müssten „politische Entscheidungsträger in der EU, im Bund und der Landesebene entgegenwirken“, so Schmidt.

Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) erklärt, das Seidenstraßen-Projekt biete Chancen, sei aber zugleich ein politisches Vorhaben, „das insbesondere chinesischen Interessen dient“. Die Frage einer dauerhaften Bahnverbindung von Mannheim nach China hänge letztlich von der Nachfrage der hiesigen Wirtschaft ab. Die Stadt Mannheim, so Kurz, pflege ihre städtepartnerschaftlichen Kontakte mit China. Dabei werde sie sich „für die Werte einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft“ einsetzen. imo