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Israel jubelt über Militärschlag

Archivartikel

Kurz nach der Ermordung des zweitwichtigsten Mannes des Iran, General Ghassem Soleimani, ordnete Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Minister zu Stillschweigen an. Doch so stillschweigend war die Freude in Israel nicht – nicht zuletzt, weil Netanjahu selber sich nicht zurückhalten konnte, US-Präsident Donald Trump zu seinem Schlag zu gratulieren: „Da Israel das Recht auf Selbstverteidigung hat, haben die Vereinigten Staaten genau das gleiche Recht.“

In der Bewertung der Ermordung von Soleimani herrscht in Israel weitgehende Einigkeit: große Freude, halbwegs dosiert ausgedrückt, bei gleichzeitiger Besorgnis. Unmittelbar nach der Ermordung wurde der Berg Hermon, ein beliebtes Skigebiet an der Grenze zum Libanon und zu Syrien, gesperrt. Im Land herrscht erhöhte Alarmbereitschaft, ebenso in den israelischen Botschaften im Ausland.

Die iranischen Mittelstreckenraketen und dazu die 120 000 Raketen der islamistischen Miliz Hisbollah im Libanon könnten für Israel durchaus gefährlich werden. Neben den Vorbereitungen auf das Schlimmste steht Israel nun vor der Aufgabe, Trumps Politik zu verstehen, denn einen unberechenbaren Partner kann sich Israel nicht leisten. jp

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