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Lange Tradition der Feindschaft

Kurz vor dem Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat sich US-Präsident Donald Trump noch einmal telefonisch mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In beraten. Beide Präsidenten hätten sich zuversichtlich darüber geäußert, dass bei dem Gipfel heute etwas Großes erreicht werden könne, teilte Moons Büro gestern mit. Voraussetzung dafür sei, dass Trump und Kim durch „offene Diskussionen“ einen gemeinsamen Nenner fänden.

Bei dem Gipfel stehen eine Lösung des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm, die Verbesserung der bilateralen Beziehungen und Schritte für einen dauerhaften Frieden auf der koreanischen Halbinsel im Mittelpunkt.

Aussöhnung als Prozess

Trump kündigte den Angaben zufolge an, er werde US-Außenminister Mike Pompeo kurz nach dem Treffen mit Kim nach Seoul schicken, um den Verbündeten über die Gipfelresultate zu informieren. Alle Südkoreaner würden für „den Erfolg des Gipfels beten“, wurde Moon zitiert. Moon schrieb demnach noch einmal Trumps „starker Führung“ zu, dass der Gipfel mit Kim stattfinden könne.

Moon hatte zuvor bei einem Treffen mit Beratern in Seoul geäußert, dass der Gipfel zwischen den USA und Nordkorea nur der Beginn eines möglicherweise jahrelangen Prozesses der Aussöhnung sein werde. Moon sprach von einer „tiefverwurzelten Feindschaft“ zwischen beiden Ländern. Die Feindschaft sowie der Atomstreit könnten nicht auf einen Schlag vollständig überwunden werden, sagte Moon seinem Büro zufolge. dpa