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Luisenpark Namen gegeben

Sie fand es einfach nur schrecklich. Jüngst von Peter Exner vom Generallandesarchiv in Karlsruhe veröffentlichte Tagebuchaufzeichnungen von Großherzogin Luise von Baden (1838-1923), Tochter von Kaiser Wilhelm I. und Mutter des letzten Badischen Großherzogs Friedrich II., zeigen: Sie hat das Ende der Monarchie nie verwunden. Es sind für sie „Tage mit überwältigenden Ereignissen“, so die Frau, nach der 1886 der – damals gerade neu angelegte – Luisenpark in Mannheim benannt worden ist.

Was ihr Enkel Prinz Max von Baden in Berlin angerichtet hat, ist für sie „die für immer unvergeßlich strafbare Absetzung des Kaisers“. Als ihr Sohn Friedrich dann in Zwingenberg in den Amtsverzicht einwilligt, „flossen heiße Tränen, im Gefühl der Vernichtung, welche über unser Fürstenhaus nun gekommen war“. Für Luise ist es „ein Opfergang unermeßlichen Umfangs“, nun „die Regierungsgewalt in den Abgrund des Socialismus untergehen zu lassen“, wie sie – auf Briefpapier mit Krone – schreibt. Friedrich II. leistete mit seiner Abdankung nach ihrer Sicht „das allerschwerste Opfer, das letzte, das Entscheidende“. Für sie ist es besonders bitter, dass die Abdankung am 22. November erfolgt – genau 100 Jahre und drei Monate, nachdem Baden eine Verfassung bekam. Damit werde „das Werk meines teuern heimgegangenen Großherzogs vernichtet“. pwr