Welt und Wissen

Meditation zur Beruhigung

Chiang Rai/Heidelberg.Für die zwölf Jugendlichen und ihren Trainer muss das Warten in einer dunklen Höhle eine extreme Belastung gewesen sein. Trotzdem berichten Retter, die Jungen hätten nicht verzweifelt gewirkt und seien sehr optimistisch gewesen. Möglicherweise hat ihnen in dieser schwierigen Lage Meditation geholfen.

So hat der 25-jährige Fußballtrainer der Gruppe nach Angaben der „Washington Post“ ein Jahrzehnt als buddhistischer Mönch in einem Tempel verbracht. Dort lernte er das Meditieren, und dieses Wissen soll er laut Bericht an seine Schüler in der Höhle weitergegeben haben. Das Meditieren habe „ihm definitiv dabei geholfen und wahrscheinlich auch den Jungen, ruhig zu bleiben”, sagte seine Tante Tham Chanthawong.

Diplom-Psychologin Corina Aguilar-Raab ist überzeugt, dass Meditieren Kindern in so einer Situation helfen kann. Die Arbeitsgruppenleiterin für Achtsamkeit am Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg erklärte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass man beim Meditieren „innere Selbstkontrolle“ lerne. „Achtsamkeit ist entscheidend. Dass ich den gegenwärtigen Moment ohne Wertung so nehme, wie er kommt. Das Einzige, was zählt, ist der nächste Schritt. Ich denke nicht daran, was mich um die Ecke erwartet.“ Sinnvoll sei es, „sich in Gedanken in einen schönen Moment zu versetzen. Über die Vorstellungskraft könnten die Kinder ihren Körper beruhigen. Die Gedanken haben die Kraft dafür“.