Welt und Wissen

Mehrheit für den Abzug

Eine Mehrheit der Bundesbürger ist für den Abzug der in Deutschland verbliebenen US-Atombomben. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov befürworteten 61 Prozent einen solchen Schritt, während 18 Prozent dagegen waren. Jeder dritte Deutsche hält einen Atomkrieg innerhalb der nächsten zehn Jahre für wahrscheinlich.

Die nukleare Bewaffnung hat in den vergangenen Jahren im Zuge des Nordkorea-Konflikts und der Ukraine-Krise an Bedeutung gewonnen. Nach Expertenschätzung sind noch etwa 20 Atombomben auf dem Fliegerhorst der Bundeswehr im rheinland-pfälzischen Büchel stationiert. Im Ernstfall sollen sie von „Tornado“-Kampfjets abgeworfen werden. SPD-Chef Martin Schulz hat – wie Linke und Grüne – den Abzug der Waffen mit der vierfachen Sprengkraft der Hiroshima-Bomben gefordert.

Deutsche Weigerung

Eine Mehrheit der Befragten verlangt von der Bundesregierung auch die Unterzeichnung des UN-Vertrags zum Verbot von Atomwaffen. 55 Prozent sind dafür, 23 Prozent dagegen. Der Vertrag war im Juli von 122 der 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen beschlossen worden. Alle Atommächte und fast alle Nato-Staaten inklusive Deutschland boykottierten die Verhandlungen.

Die Bundesregierung begründet ihre Haltung damit, dass ein solcher Vertrag keinen Sinn macht, solange nicht alle Atommächte beitreten. dpa