Welt und Wissen

Meldung schon bei Verdacht

Archivartikel

Auch wenn es einen ersten Nachweis der neuen Lungenkrankheit in Deutschland gibt, ist das Risiko für eine Ansteckung mit dem Coronavirus hierzulande weiterhin gering. Schon ein Verdachtsfall wird an die jeweilige Gesundheitsbehörde gemeldet. Ein Verdacht auf eine Erkrankung liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vor allem in zwei Fällen vor: Zum einen, wenn ein Mensch eine akute Infektion der unteren Atemwege wie zum Beispiel eine Lungenentzündung hat und bis maximal 14 Tage vor dem Beginn der Erkrankung in einem Risikogebiet – etwa in Wuhan in China – war. Als Verdachtsfall wird auch eingestuft, wenn die Person nur Symptome wie Husten hat, aber in direktem Kontakt mit einem Erkrankten war.

Arzt zuvor anrufen

In diesen beiden Fällen soll ein Test auf das Virus veranlasst werden. Lars Schaade vom RKI empfiehlt potenziell Erkrankten, vorher unbedingt beim Arzt oder im Krankenhaus anzurufen. So könnten die Ärzte Vorbereitungen treffen, um die Ansteckungsgefahr für andere Menschen möglichst gering zu halten. Bei der Untersuchung wird idealerweise jeweils eine Probe aus den unteren und den oberen Atemwegen genommen. Das Virus findet sich beispielsweise im Hustenauswurf. Bislang gebe es etwa eine Handvoll Labore, die den Test anbieten, sagte Lars Schaade. Das werde sich aber bald ändern. „Die Labore bereiten sich darauf vor, dass die Zahl der Verdachtsfälle steigt.“ Bisher wurde der Test in Deutschland einige Dutzend Mal durchgeführt.

14 Tage unter Beobachtung

Solange nicht klar ist, ob eine als Verdachtsfall eingestufte Person das Virus in sich trägt, empfiehlt das RKI eine Isolierung im Krankenhaus. Der Betroffene wird in einem Einzelzimmer untergebracht, das Klinikpersonal muss Schutzkleidung tragen. Fällt das Testergebnis positiv aus, bleibt die Isolierung bestehen. Zusätzlich müssen dann die Menschen für 14 Tage beobachtet werden, mit denen der infektiöse Patient Kontakt hatte. Sie würden dann zunächst namentlich registriert, es werde nach Symptomen gefragt und es würden gegebenenfalls auch Labortests gemacht, erklärt der Berliner Virologe Christian Drosten. Von abgeriegelten Millionenstädten wie in China ist hierzulande nicht die Rede. Gesundheitsminister Jens Spahn verweist etwa auf Masern, die ansteckender seien. dpa

Info: Video aus Heidelberg unter morgenweb.de/wuw

Zum Thema