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Mali Die Blauhelm-Mission ist momentan der wohl gefährlichste Ort, an dem die Bundeswehr tätig ist

Militäreinsatz für die Stabilität der Sahelzone

Im Mai hat der Bundestag die Mandate für drei Afrika-Einsätze der Bundeswehr verlängert. Mit großer Mehrheit stimmten die Abgeordneten für die weitere Beteiligung an zwei Missionen im westafrikanischen Krisenstaat Mali sowie am Anti-Piraten-Einsatz vor der Küste Somalias. Der UN-Einsatz Minusma soll den Friedensprozess in Mali unterstützen, nachdem der Norden des Landes 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer und anderer Rebellengruppen geraten war.

Mali sei für die Stabilität der Sahelzone von besonderer Bedeutung, betonten Befürworter des Einsatzes, darunter Politiker von Union, SPD, Grünen und FDP. „Mali hat eine Schlüsselfunktion“, sagte der CDU-Verteidigungspolitiker Henning Otte. Im Namen der Union forderte er zudem, dass die bei Auslandseinsätzen zum Schutz der Truppe verwendeten Drohnen „Heron TP“ bewaffnet eingesetzt werden sollten.

95 Tote bei Angriff auf Dorf

Die Sicherheitslage in der Region hat sich zuletzt weiter verschlechtert. Bei der Bundeswehr gilt der Mali-Einsatz inzwischen als gefährlicher als der in Afghanistan. Bei einem mutmaßlich terroristischen Angriff auf ein von Menschen der Volksgruppe Dogon bewohntes Dorf im Zentrum Malis wurden an Pfingstmontag mindestens 95 Menschen getötet. „Die Schwelle des Unerträglichen ist erreicht“, erklärte der Chef des UN-Friedensmission Minusma, Mahamat Saleh Annadif. Die UN verurteilten diesen Akt „unbeschreiblicher Barbarei“ auf das Schärfste. Im Zentrum des Landes kommt es wegen ethnischer Spannungen immer wieder zu Gewalt. Häufig spielt dabei der Kampf um Weidegründe und Äcker in der trockenen Sahelzone eine Rolle.

Bei der Minusma-Mission werden derzeit rund 900 deutsche Soldaten eingesetzt. Mit der Verlängerung des Mandats um ein weiteres Jahr bleibt die Obergrenze unverändert bei 1100 Einsatzkräften. Dazu kommen etwa 200 Bundeswehr-Soldaten, die sich an der EU-Mission zur Ausbildung malischer Sicherheitskräfte beteiligen. 

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