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Archivartikel

Goma, wo Petna Ndaliko Katondolo sein Filmfestival gründete, war nach dem Völkermord in Ruanda im Jahr 1994 eines der Hauptziele für Flüchtlinge. Die Großstadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo, Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu und gelegen am Ufer des Kivusees, war damals Sinnbild für das Elend in Zentralafrika. Unter den Flüchtlingen waren neben den Zivilisten auch Mittäter des Genozids. Nachdem über eine Million Flüchtlinge die Stadt erreicht hatten, brach in den Lagern überdies eine Cholera-Epidemie aus, in deren Verlauf mehrere Tausend Menschen starben.

In den Jahren 1997 und 1998, als wiederum im Kongo selbst ein Bürgerkrieg nach dem Sturz von Präsident Mobutu Sese Seko eskalierte, eroberten ruandische Regierungstruppen Goma. Sie verfolgten dort Angehörige der Volksgruppe der Hutu, die sie für den Völkermord 1994 verantwortlich machten; dabei töteten sie auch Hunderte Unbeteiligte.

Bilder von Katastrophen

Im Jahr 2002 kam Goma durch eine weitere Katastrophe weltweit in die Schlagzeilen: Aus dem etwa 14 Kilometer entfernten Vulkan Nyiragongo floss ein Lavastrom bis in den Norden der 500 000-Einwohnerstadt und zerstörte zahlreiche Gebäude und Straßen. Die Hälfte der Einwohner musste sich in Sicherheit bringen. Rund 150 Menschen kamen ums Leben.

Weitere Bilder, die im Gedächtnis blieben, folgten sechs Jahre später: 2008 raste nach dem Start auf dem Flughafen Goma ein Flugzeug über das Startbahnende hinaus in ein Wohngebiet – 40 Anwohner starben.

Das Congo International Film Festival in Goma ist nicht das einzige Festival, dass sich für Frieden und Kultur engagiert, ist nicht das einzige solche Festival dort. Seit dem Jahr 2014 gibt es jedes Frühjahr das „Amani Festival“ für Tanz und Musik. Es findet auf dem Gelände des örtlichen Universal College of Mwanga statt.

Neben der Universität von Goma mit acht Fakultäten gibt es seit 1991 die private Université libre des Pays des Grands Lacs (Freie Universität der Länder der Großen Seen) mit sieben Fakultäten. Beide Hochschulen zeichnen Goma als intellektuelles Zentrum im Grenzgebiet des östlichen Kongo aus. 

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