Welt und Wissen

Novemberrevolution

1918

Am Ende des Ersten Weltkriegs wurde in Berlin die Republik gleich zweimal ausgerufen: am 9. November um 14 Uhr durch Philipp Scheidemann (SPD) von einem Balkon des Reichstags aus unter bürgerlichen und zwei Stunden später durch den Führer des Spartakusbundes, Karl Liebknecht, vor dem Berliner Schloss unter sozialistischen Vorzeichen. Den politischen Hintergrund bildeten die Wirren, die sich – ausgehend vom Matrosenaufstand in Kiel – schnell im ganzen Reich ausbreiteten (Bild) und die Fürsten hinwegfegten. Es waren genau diese beiden Pole, die die erste Nachkriegsphase prägten. Und mit Beginn des Spartakusaufstandes im Januar 1919, in dessen Verlauf Liebknecht von rechtsgerichteten Freikorps-Truppen ermordet wurde, war für die Zeitgenossen durchaus unklar, zu welcher Seite sich die Waagschale neigen würde. Mit der Weimarer Verfassung gab es dann eine bürgerliche Grundlage, der es aber auf Dauer an genügend Befürwortern mangelte. Scheidemann starb 1939 auf der Flucht vor den Nazis im dänischen Exil.

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